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Frankreichs Notenbankchef: Debatte über Zinserhöhung ist verfrüht

Das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Francois Villeroy de Galhau, hat die Spekulation auf eine schnelle Zinserhöhung wegen des Ölpreisschocks und einer daraus resultierenden höheren Inflation als verfrüht bezeichnet. "Die Finanzmärkte haben die Situation in den letzten Tagen etwas überinterpretiert", sagte der Präsident der französischen Notenbank in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa". "Die Debatte über festgelegte Termine erscheint mir sehr verfrüht."

Der Notenbanker machte aber deutlich, dass die EZB bereit sei, "falls notwendig in diese Richtung zu handeln". Die EZB habe die Pflicht, die Inflationserwartungen in dem angepeilten Ziel von mittelfristig zwei Prozent zu verankern, sagte Villeroy de Galhau.

Zuvor war aus den Reihen der EZB die Möglichkeit einer schnellen Zinserhöhung bereits bei der nächsten Zinssitzung im April ins Spiel gebracht worden. Die EZB werde die Entwicklungen aufmerksam beobachten und sich "dann in den nächsten Sitzungen - die nächste findet bereits im April statt - mit den notwendigen geldpolitischen Maßnahmen befassen", hatte das lettische Ratsmitglied Martins Kazaks gesagt.

Neben Villeroy de Galhau hat sich auch die EZB-Direktorin Isabel Schnabel zuletzt eher zurückhaltend zur Möglichkeit einer schnellen Zinserhöhung gezeigt. Die EZB sollte ihre Reaktion auf den Iran-Krieg nicht überstürzen. "Wir haben Zeit, die Daten zu prüfen und zu analysieren, was tatsächlich geschieht", sagte Schnabel am Freitag bei einer Veranstaltung in Zürich. Dabei gelte es zu prüfen, wie wahrscheinlich es sei, dass sich dieser Inflationsschock in den Inflationserwartungen und im Lohnwachstum verfestigen könnte./jkr/nas

AXC0062 2026-03-30/08:19

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