Wiener Börse - ATX verliert zum Wochenausklang / Verlängertes US-Ultimatum für den Iran bring keine Entspannung - CA Immo und UBM nach Zahlen nur moderat verändert
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Die Wiener Börse hat am Freitag weiter nachgegeben. Für Belastung sorgte weiterhin der Iran-Krieg und die Sorgen vor den Auswirkungen der hohen Ölpreise. Zum Wochenausklang verlor der ATX 1,79 Prozent auf 5.270,78 Punkte. Aus der wegen des verlängerten Ultimatums der USA für den Iran zunächst erwarteten Börsenerholung wurde damit nichts, wobei sich die 21-Tage-Linie bei rund 5.383 Stellen als zu große Hürde erwies.
Dank der Erholung in der ersten Wochenhälfte bleibt dem Leitindex dennoch ein Wochengewinn von 1,5 Prozent. Auf Signale, die Hoffnung auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs weckten, folgte bisher immer rasch Ernüchterung. Entsprechend ist das Marktgeschehen derzeit von schnellen Stimmungswechseln geprägt, wobei sich Erholungsversuche und Rückschläge im Abstand weniger Tage abwechseln.
Gradmesser für die Stimmung am Markt bleibt der Ölpreis. Und der hält sich - gemessen an der Nordseesorte Brent - mit derzeit gut 111 US-Dollar immer noch deutlich über der Marke von 100 Dollar. Die hohen Ölpreise schüren auch weiter Ängste vor hoher Inflation und damit höheren Zinsen.
Der breiter gefasste ATX Prime büßte am Freitag 1,70 Prozent auf 2.618,72 Zähler ein. Auch an anderen Börsen in Europa ging es zum Wochenausklang deutlich nach unten.
Zahlen aus der Immobilienbranche
Im Fokus standen im Wien zum Wochenschluss mit zwischenzeitlich größeren Kursbewegungen einige Bau- und Immobilienwerte. Für CA Immo ging es nach der Vorlage von Zahlen zeitweise mehr als sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahr nach unten, jedoch konnten sie das Minus bis Handelsende auf 0,5 Prozent stark einengen. Der Immobilienkonzern hatte am Vorabend die Rückkehr in die Gewinnzone gemeldet. Unterm Strich erwirtschaftete er einen Konzerngewinn von 184,4 Mio. Euro, im Jahr davor stand noch ein Verlust von 66,3 Mio. Euro zu Buche.
Die Analysten der Erste Group stuften die Zahlen in einer ersten Reaktion als "neutral" für den Aktienkurs ein. Niedriger als erwartet war der gemeldete Dividendenvorschlag ausgefallen. Insgesamt dürften allgemeine Markttrends und insbesondere Konjunktursorgen und Ängste vor steigenden Zinsen einen größeren Einfluss auf den CA Immo-Kurs haben als die Ergebnisse, schrieben die Analysten.
Dies gilt auch für die UBM, deren Aktien nach einem auf und ab 0,3 Prozent im Plus schlossen. Der Wiener Immobilienentwickler hat seinen Verlust im Vorjahr deutlich eingedämmt, das Ergebnis vor Steuern schaffte wieder den Sprung in die Gewinnzone. Letzteres sei nach zwei Jahren mit roten Zahlen ein Zeichen der Normalisierung, schrieb Erste-Analyst Christoph Schultes.
Porr verlieren nach Analystenumstufungen
Porr-Aktien fielen nach zwei neuen Analysteneinstufungen um 2,5 Prozent auf 33,70 Euro. Die Analysten der Erste Group setzen ihr Anlagevotum für die Papiere von "Buy" auf "Accumulate" hinunter. Das Kursziel wurde hingegen nach den Viertquartalszahlen von 34,5 auf 39,5 Euro nach oben revidiert.
Die Analysten von Warburg Research stuften hingegen ihre Empfehlung für die Titel von "Hold" auf "Buy" hoch. Ihr Kursziel wurde bei 43,00 Euro belassen. Der Baukonzern zeige eine "außergewöhnliche" Kostendisziplin, schrieb Analyst Philipp Kaiser. Der starke Auftragsbestand sichere zudem die Planungssicherheit für mehr als ein Jahr.
Insgesamt gab es im ATX am Freitag fast nur Verlierer. Die schwächsten Werte im Index waren AT&S, Erste Group und voest mit Abgaben von jeweils gut zweieinhalb Prozent. Als ATX-Spitze legten Lenzing um 1,2 Prozent zu. Sie schlossen an ihre starke Erholung mit einem Wochengewinn von 19 Prozent an.
spa/ste
ISIN AT0000999982