Wiener Börse (Nachmittag) - ATX verliert 1,5 Prozent / Verlängertes US-Ultimatum für den Iran bring keine Börsenerholung - CA Immo nach Zahlen 1,4 Prozent im Minus
Die Wiener Börse hat am Freitagnachmittag weiter mit Abgaben tendiert. Der ATX verlor bis zuletzt 1,50 Prozent auf 5.286,60 Punkten, womit er noch deutlichere Verluste zumindest etwas eingrenzte. Aus der wegen des verlängerten Ultimatums der USA für den Iran zunächst erwarteten Börsenerholung wurde aber nichts, wobei sich die 21-Tage-Linie bei rund 5.383 Stellen als Hürde erwies.
Dank der Erholung in der ersten Wochenhälfte deutet sich für den Leitindex dennoch ein Wochengewinn von 1,8 Prozent an. Der breiter gefasste ATX Prime büßte am Freitag 1,44 Prozent auf 2.625,02 Zähler ein. Auch an anderen Börsen in Europa ging es zum Wochenausklang deutlich nach unten.
Gradmesser für die Stimmung am Markt bleibt der Ölpreis. Und der hält sich - gemessen an der Nordseesorte Brent - mit derzeit knapp 111 US-Dollar immer noch deutlich über der Marke von 100 Dollar. Die hohen Ölpreise schüren auch weiter Ängste vor hoher Inflation und damit höheren Zinsen.
Im Fokus standen zum Wochenschluss mit größeren Kursbewegungen einige Bau- und Immobilienwerte. Für CA Immo ging es nach der Vorlage von Zahlen zeitweise mehr als sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahr nach unten. Zuletzt betrug das Minus noch 1,4 Prozent. Der Immobilienkonzern hatte am Vorabend die Rückkehr in die Gewinnzone gemeldet. Unterm Strich erwirtschaftete er einen Konzerngewinn von 184,4 Mio. Euro, im Jahr davor stand noch ein Verlust von 66,3 Mio. Euro zu Buche.
Die Analysten der Erste Group stuften die Zahlen in einer ersten Reaktion als "neutral" für den Aktienkurs ein. Niedriger als erwartet war der gemeldete Dividendenvorschlag ausgefallen. Insgesamt dürften allgemeine Markttrends und insbesondere Konjunktursorgen und Ängste vor steigenden Zinsen einen größeren Einfluss auf den CA Immo-Kurs haben als die Ergebnisse, schrieben die Analysten.
Dies gilt auch für die UBM, deren Aktien nach anfänglich positiver Reaktion auf Zahlen zuletzt um 1,2 Prozent ins Minus rutschten. Der Wiener Immobilienentwickler hat seinen Verlust im Vorjahr deutlich eingedämmt, das Ergebnis vor Steuern schaffte wieder den Sprung in die Gewinnzone. Letzteres sei nach zwei Jahren mit roten Zahlen ein Zeichen der Normalisierung, schrieb Erste-Analyst Christoph Schultes.
Porr-Aktien fielen nach zwei neuen Analysteneinstufungen um zwei Prozent auf 33,85 Euro. Die Analysten der Erste Group setzen ihr Anlagevotum für die Papiere von "Buy" auf "Accumulate" hinunter. Das Kursziel wurde hingegen nach den Viertquartalszahlen von 34,5 auf 39,5 Euro nach oben revidiert.
Die Analysten von Warburg Research stuften hingegen ihre Empfehlung für die Titel von "Hold" auf "Buy" hoch. Ihr Kursziel wurde bei 43,00 Euro belassen. Der Baukonzern zeige eine "außergewöhnliche" Kostendisziplin, schrieb Analyst Philipp Kaiser. Der starke Auftragsbestand sichere zudem die Planungssicherheit für mehr als ein Jahr.
Insgesamt gab es im ATX am Freitag fast nur Verlierer. Die größten Verlierer im Index waren AT&S, RBI und voest mit Abgaben zwischen zwei und drei Prozent. Als ATX-Spitze legten Lenzing um 0,4 Prozent zu. Sie schlossen an ihre starke Erholung mit einem Wochengewinn von aktuell 18 Prozent an.
spa/ste
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