Rohstoffe (Vormittag) - Brent-Ölpreis steigt auf 109,8 Dollar je Fass / Ölpreise legen trotz der Verlängerung des US-Ultimatums an den Iran zu - Goldpreis gestiegen
Die Ölpreise haben am Freitag trotz der Verlängerung eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran zugelegt. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg zuletzt um 3,6 Prozent auf 109,8 Dollar je Fass. Öl der US-Sort WTI verteuerte sich um 2,9 Prozent auf 96,1 Dollar je Barrel.
Die Ankündigung, bis zum 6. April keine Angriffe auf iranische Kraftwerke durchzuführen, hat bisher keinen größeren Einfluss auf die Preisentwicklung am Ölmarkt. Trump hatte zudem mitgeteilt, dass es "sehr gute" Gespräche mit dem Iran gebe.
Der von den USA und Israel angegriffene Iran hatte seit Kriegsbeginn wiederholt Schiffe in der Straße von Hormuz per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Teheran griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an - mit gravierenden Auswirkungen auf den weltweiten Handel von Gas und Öl. Zeitweise war der Preis für Rohöl aus der Nordsee bis knapp 120 Dollar gestiegen.
Die jüngsten Aussagen von Trump nehmen "dem Markt kurzfristig etwas die Spannung", kommentierte Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei ING Bank. Allerdings seien nach ihrer Einschätzung bereits rund 8 Millionen Barrel pro Tag an Fördermengen ausgefallen und ein deutlich größeres Volumen an Ölströmen durch den Persischen Golf weiterhin gefährdet. Durch die jüngste Entwicklung werde die Sorge am Markt "voraussichtlich nicht wesentlich abnehmen", sagte die Expertin.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Freitag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Donnerstag 122,16 US-Dollar je Barrel (159 Liter) nach 116,96 Dollar am Vortag. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis legte am Freitagvormittag zu. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4 426,75 Dollar gehandelt. Das sind 1,05 Prozent mehr als am Vortag.
mik/rst