Reiche plant Schub für Windkraft an Land
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant einen Schub für den Ausbau der Windkraft in Deutschland. "Wir stehen klar zu den Ausbauzielen und geben insbesondere der Windenergie an Land bis 2030 einen zusätzlichen Boost von bis zu 12 Gigawatt", sagte Reiche. Sie sprach von einem wichtigen Signal für den Standort Deutschland, für mehr Resilienz und für ein zukunftsfähiges Energiesystem.
Am Mittwoch wird erwartet, dass Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung vorlegt. Damit soll sichergestellt werden, dass Deutschland Klimaziele erreicht.
Reiches Ankündigung könnte bedeuten, dass es zusätzliche Ausschreibungen für Windräder an Land geben könnte. Mehrere Bundesländer hatten gefordert, kurzfristig zusätzliche Ausschreibungskapazitäten zu schaffen, um genehmigte und weit fortgeschrittene Projekte zügig in die Umsetzung zu bringen. Andernfalls könne es einen Realisierungsstau geben.
2025 hatte es nach Angaben von Branchenverbänden einen Rekord bei der Genehmigung neuer Windräder gegeben - die aber noch nicht errichtet und am Netz sind.
Ministerin: Dort bauen, wo Energie benötigt wird
Ende 2025 umfasste die in Windrädern installierte Gesamtleistung Branchenverbänden zufolge rund 68 Gigawatt. Damit drohen gesetzliche Ziele in diesem Jahr verfehlt zu werden - das Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht für 2026 eine installierte Leistung von 84 Gigawatt vor. Im Jahr 2030 soll die installierte Leistung auf 115 Gigawatt steigen.
Reiche bekräftigte, der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse systemdienlich erfolgen. "Energie muss dort zugebaut werden, wo sie tatsächlich benötigt wird. Wir dürfen den Verbrauchern und der nächsten Generation keine unnötigen Systemkosten in Milliardenhöhe zumuten."
Die Ministerin strebt an, den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser an den hinterherhinkenden Netzausbau anzupassen und Kosten zu senken. Teure "Abregelungen" sollen vermieden werden. Die Pläne Reiches für ein Netzpaket stehen in der Kritik. Umweltverbände und die Grünen werfen der Ministerin vor, die Energiewende auszubremsen./hoe/DP/jha
AXC0258 2026-03-24/16:37