Wiener Aktienmarkt vorbörslich deutlich tiefer erwartet / ATX 1,2 Prozent tiefer als Freitag indiziert - Handelswoche erneut im Zeichen des Iran-Krieges
Erneut steht der Beginn einer Handelswoche im März im Zeichen des Iran-Krieges. Dabei gab es am Wochenende gegenseitige Drohungen um die Straße von Hormuz, die der Iran faktisch blockiert. Die Meerenge vor Irans Küste ist eine wichtige Ader für den Welthandel mit Öl und Flüssiggas. Bankenindikationen sahen den ATX rund 30 Minuten vor Handelsbeginn bei 5.095 Punkten und damit 1,2 Prozent tiefer als am Freitagabend.
Der Iran droht nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormuz, sollten die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die Konsequenz werde eine totale Sperre sein, teilten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag über den Staatssender IRIB mit. Trump hatte zuvor mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormuz vollständig und "ohne Drohungen" öffnen.
Seitens der Revolutionsgarden hieß es, die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge werde im Fall von Angriffen nach einer völligen Sperre erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz ist infolge des Iran-Kriegs bereits weitgehend zum Erliegen gekommen. Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat zuletzt in der Region wiederholt Schiffe angegriffen. Einzelne Schiffe konnten die Meerenge aber auch passieren.
"Besonders die anhaltend hohen Energiepreise bereiten Sorgen. Dadurch werden Inflations- und Konjunkturängste befeuert, was sich wiederum negativ auf die Stimmungslage niederschlägt", hieß es im Tagesausblick von Helaba.
In dieser Woche stehen laut Helaba mit den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes in Deutschland und in der Eurozone sowie dem ifo-Geschäftsklima wichtige Befragungen im Unternehmenssektor an, die üblicherweise weniger volatil sind als Umfragen unter Finanzmarktteilnehmern. "Dennoch sind auch die Unternehmen stark besorgt, denn bereits vor dem Ausbruch des Iran-Konflikts waren die Energiepreise in Deutschland vergleichsweise hoch", so die Helaba-Experten.
Unternehmensseitig ist in Österreich zu Wochenbeginn wenig zu erwarten. Im prime market gibt die Austriacard ihr Jahresergebnis bekannt. Die Erste Group Research beließ indes bei Kapsch TrafficCom das Kursziel von 5,80 Euro sowie die Empfehlung "Hold" bei. Der Iran-Krieg könnte mittelfristig auf das Geschäft negativ wirken, so die Erste-Analysten. Die Aktien von Kapsch TrafficCom notierten am Freitagabend zum Handelsschluss bei 5,26 Euro.
Am Freitag hatte der ATX um 1,30 Prozent schwächer bei 5.194,82 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Freitag:
Lenzing +6,01% 20,80 Euro Palfinger +3,67% 35,35 Euro Schoeller-Bleckmann +2,33% 35,20 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Freitag:
Frequentis -6,72% 66,60 Euro Pierer Mobility -5,84% 14,18 Euro AT&S -5,47% 48,40 Euro
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ISIN AT0000999982