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Österreichische Staatsanleihen mit deutlichen Kursverlusten / Inflationssorgen geben Renditen europaweit Auftrieb

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Freitagnachmittag mit deutlichen Kursverlusten gezeigt. Europaweit war angesichts von Inflationssorgen ein starker Aufwärtsdruck bei Anleiherenditen zu beobachten. An den Energiemärkten kam es zwar nicht zu weiteren Preisanstiegen, die Öl-und Gasnotierungen halten sich aber auf erhöhtem Niveau. Im Iran-Krieg ist zudem keine Entspannung absehbar.

Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg zuletzt um 9 Basispunkte auf 3,37 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 34 Basispunkte. Der deutsche Euro-Bund-Future fiel um 0,71 Prozent auf 125,28 Punkte.

In mehreren europäischen Ländern erreichten die zehnjährigen Renditen neue mehrjährige Höchststände. Jene deutscher Bundesanleihen etwa stieg auf den höchsten Stand seit 2011. Österreichische Staatspapiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren werfen inzwischen die höchste Rendite seit Ende 2023 ab.

Für Verunsicherung sorgen weiterhin Schlagzeilen zum Iran-Krieg. US-Medienberichten zufolge senden die USA weitere Truppen in den Nahen Osten. Dass kein nahes Ende absehbar ist, nährt Sorgen vor längerfristig steigenden Ölpreisen und zunehmendem Inflationsdruck. Sollten die Notenbanken diesen nicht als vorübergehend einschätzen können - etwa wegen anhaltender Störungen der Lieferketten oder steigender Inflationserwartungen - könnte dies eine restriktivere Geldpolitik erzwingen.

Bereits zuletzt hatten insbesondere die Renditen am kurzen Ende durch erhöhte Zinserwartungen in der Eurozone starken Auftrieb erhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hielt zwar am gestrigen Donnerstag ihre Schlüsselzinssätze stabil, am Markt wird jedoch verstärkt auf geldpolitische Straffungen in den kommenden Monaten spekuliert.

Wie Bloomberg berichtete, wären die europäischen Währungshüter bereits im April zu einer Zinsanhebung bereit, sollte die Inflation infolge des Iran-Konflikts zu stark anziehen. Ausschlaggebend wären dabei insbesondere Anzeichen für Zweitrundeneffekte. Laut der Nachrichtenagentur Reuters dürften die Notenbanker im April zunächst über eine Straffung der Geldpolitik diskutieren, während ein Zinsschritt im Juni wahrscheinlicher erscheine.

Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:

Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten)
2 Jahre     2,72   2,59        0,13                        6
5 Jahre     2,95   2,84        0,12                       20
10 Jahre    3,37   3,28        0,09                       34
30 Jahre    3,81   3,77        0,04                       30

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