ROUNDUP/Aktien New York: Weiter bergab - Dow auf Tief seit Oktober
Angesichts einer fehlenden Deeskalation im
Iran-Krieg und anhaltend hoher Ölpreise geht es am Freitag an den
US-Börsen weiter bergab. Infolge weiterer Angriffe des Irans auf Öl-
und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten mieden Anleger vor dem
Wochenende das Risiko.
Der Dow Jones Industrial stand gegen Ende der ersten
Handelsstunde 0,6 Prozent tiefer bei 45.760 Punkten. Im Verlauf
erreichte der US-Leitindex mit 45.712 Zählern sein niedrigstes
Niveau seit Oktober. Für die laufende Woche bahnt sich ein Abschlag
von 1,7 Prozent an.
Andere US-Indizes fielen am Freitag etwas deutlicher: Der S&P 500
um 0,9 Prozent auf 6.547 Punkte und der
technologielastige Nasdaq 100 um 1,2 Prozent auf
24.070 Punkte. Das charttechnische Bild gilt damit als eingetrübt,
denn die drei großen US-Indizes notieren inzwischen allesamt
unterhalb ihrer 200-Tage-Durchschnittslinien.
Der Markt sei zu Beginn des Kriegs vor gut drei Wochen irrtümlich
von einem nur kurzen Konflikt ausgegangen, kommentierte David Kruk,
Leiter des Handels beim Vermögensverwalter La Financière de
lEchiquier in Paris. Die Stimmung unter den Anlegern habe sich aber
eindeutig in Richtung einer pessimistischeren Haltung verschoben.
Eine positive Ausnahme waren am Freitag die Aktien von Fedex
, die um 2,1 Prozent in Richtung ihres Ende Februar
erreichten Rekordhochs stiegen. Der Logistikkonzern präsentierte
einen starken Quartalsbericht und hob trotz der kriegsbedingten
wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie der US-Zollpolitik sein
Gewinnziel für das bis Ende Mai laufende Geschäftsjahr an. Den Grund
dazu lieferten Fortschritte beim Netzwerk-Umbau sowie beim
Sparprogramm.
Im Technologiesektor fielen ARM Holdings mit einem
Anstieg um 3,6 Prozent positiv auf. Als Treiber fungierte hier eine
Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC. Analyst Frank Lee
begründete dies mit der Erwartung, dass der Chipentwickler in das
Geschäft mit Prozessoren für KI-Server einsteigen wird, was die
Geschäfte antreiben und zu einer Neubewertung der Aktien führen
sollte.
Einen heftigen Kursrutsch um 27 Prozent machten dagegen die
Aktionäre von Super Micro durch. Die USA haben einen
Mitgründer des Rechenzentren-Ausstatters angeklagt wegen des
Verdachts, dass illegal Server mit Nvidia -Chips nach
China geliefert wurden - und dies im Milliardenwert. Der Angeklagte
und weitere Mitarbeiter sollen die KI-Technologie über ein
Unternehmen in Südostasien transferiert haben./tih/nas