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Wiener Börse (Mittag) - ATX um 0,6 Prozent erholt / Nahost-Schlagzeilen dominieren Marktgeschehen - Banken, Industriewerte erholt, OMV geben dagegen weiter nach

Am Wiener Aktienmarkt hat es vor dem Wochenende noch einmal eine Erholungsbewegung gegeben. Der ATX stieg am Freitag gegen Mittag um 0,56 Prozent auf 5.292,49 Punkte. In gleicher Höhe fällt auch der Wochengewinn aus, trotz des satten Vortagesverlusts von drei Prozent. Seit Beginn des Kriegs im Nahen Osten beläuft sich das Minus für den ATX jedoch auf 7,4 Prozent. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 0,49 Prozent auf 2.627,11 Zähler hinauf.

Das europäische Umfeld drehte im Vormittagsverlauf ins Minus. Geprägt wird das Marktgeschehen weiterhin von Schlagzeilen zum Irankrieg. Zwar machten Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu Hoffnung auf ein nun doch rascheres Kriegsende als befürchtet. Andererseits erwägen die USA einem Bericht des US-Nachrichtenportals "Axios" zufolge eine Besetzung oder Blockade der Golf-Insel Kharg, auf der sich wichtige Ölanlagen des Irans befinden.

Etwas Gegenwind für die Aktienkurse kam am Freitagvormittag daher von wieder steigenden Ölpreisen. Zuletzt notierte der Brent-Preis bei 111 US-Dollar. Er bewegte sich damit wieder etwas in Richtung der Kursspitze von über 119 Dollar vom Donnerstag.

Entwarnung ist daher nicht angebracht, zumal Investoren dem zuletzt zu beobachtenden Muster folgen könnten und vor dem Wochenende Risiken reduzieren, um sich gegen mögliche negative Entwicklungen abzusichern. Für zusätzliche Schwankungen könnte zudem der große Verfalltag sorgen. An diesem Freitag laufen an den Terminbörsen Futures und Optionen auf Aktien und Aktienindizes aus.

Unterstützung erhielt der ATX von den schwer gewichteten Bankwerten. Erste Group und BAWAG stiegen jeweils um ein bzw. 1,7 Prozent. Die Industriewerte Wienerberger und voestalpine, die seit Kriegsbeginn im Nahen Osten besonders stark unter die Räder gekommen waren, tendierten 0,7 respektive 1,7 Prozent fester. Mit Abstand größte Gewinner im Leitindex waren aber die Lenzing-Aktien mit plus 8,6 Prozent. Die Titel hatten am Donnerstag im Zuge schlecht aufgenommener Jahreszahlen einen mehrjährigen Tiefststand erreicht.

Für OMV-Titel ging es dagegen weitere 1,5 Prozent hinab. Bereits am Donnerstag war die Nachricht über den auf 2027 verschobenen Börsengang der Borouge Group International (BGI), dem Chemie-Joint-Venture mit der ADNOC, negativ aufgenommen worden. Im Zuge der Entscheidung war auch die geplante Ausschüttung der BGI an die OMV gekürzt worden - was wiederum einen negativen Effekt auf die Dividende der OMV für 2026 haben wird. Zudem nähre der Aufschub bestehende Sorgen der Investoren über die Verschuldung der BGI, hieß es von Analystenseite.

Unter den Verlierern waren die Titel der Palfinger, die 0,6 Prozent auf 33,90 Euro einbüßten. Berenberg-Analyst Lasse Stueben bestätigte zwar seine Kaufempfehlung, schraubte aber das Kursziel von 45,00 auf 42,00 Euro zurück. Er sieht den Kranhersteller weiter als Profiteur staatlicher Infrastrukturausgaben, wurde aber wegen des enttäuschenden Auftragseingangs vorsichtiger mit Blick auf die Margenentwicklung.

spa/rst

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