Aktien Frankfurt: Dax dreht ins Minus nach klarem Anfangsgewinn
Nach einem positiven Auftakt hat der deutsche
Aktienmarkt am späten Freitagvormittag ins Minus gedreht. Zunächst
stützten vage Hoffnungen auf ein schnelleres Ende des
Nahost-Krieges. Dann sorgten jedoch wieder deutlich steigende
Ölpreise für eine erneute Belastung. Die Kursschwankungen brachten
Händler auch mit dem sogenannten großen Verfalltag in Verbindung. An
diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und
Optionen auf Aktienindizes aus.
Der Dax notierte zuletzt 0,2 Prozent tiefer bei
22.790 Punkten, nachdem er tags zuvor auf das tiefste Niveau seit
April 2025 eingebrochen war. Damit deutet sich für den deutschen
Leitindex ein Wochenverlust von 2,8 Prozent an. Seit Beginn des
Iran-Krieges Ende Februar beläuft sich das Dax-Minus auf knapp 10
Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am
Freitagmittag 0,4 Prozent auf 28.318 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx zeigte sich praktisch unverändert.
Unter den Einzelwerten stehen Elmos nach
Übernahmespekulationen mit einem Kursplus von 10 Prozent im
Anlegerfokus. Am Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Reuters
berichtet, dass Elmos die Investmentbank Morgan Stanley mit der
Suche nach einem potenziellen Käufer beauftragt hat. Das Unternehmen
führe erste Gespräche mit möglichen Interessenten, darunter weltweit
tätige Halbleiterunternehmen. Elmos und Morgan Stanley wollten die
Informationen nicht kommentieren. Elmos ist an der Börse rund 2,5
Milliarden Euro wert.
Der Schmierstoffhersteller Fuchs verdiente im
vergangenen Jahr in etwa so viel wie im Vorjahr. Analysten hatten
allerdings mit einem leichten Ergebnisrückgang gerechnet. Der Umsatz
wuchs um ein Prozent. Die Dividende je Vorzugsaktie soll um sechs
Cent auf 1,23 Euro steigen. Im laufenden Jahr rechnen die Mannheimer
mit einer Besserung. Die Ziele liegen im Großen und Ganzen im Rahmen
der Analystenerwartungen. Für die Fuchs-Papiere ging es um 1,9
Prozent nach unten.
Die Anteilsscheine von Infineon stiegen als
Dax-Spitzenreiter um 4,2 Prozent, nachdem die US-Bank JPMorgan die
Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel
von 40 auf 48 Euro angehoben hatte. Der Halbleiterkonzern sei einer
der größten Profiteure des immensen Energiebedarfs beim KI-Einsatz,
schrieb Analyst Sandeep Deshpande. Zudem geht er davon aus, dass der
Tiefpunkt im Geschäft mit der Autobranche erreicht ist und nun eine
Stabilisierung folgen kann.
Die neuen Geschäftsziele von Bechtle kamen bei den
Anlegern nicht gut an. Der Kurs des IT-Dienstleisters sackte zuletzt
um gut 13 Prozent ab. "Der Ausblick ist ernüchternd", sagte ein
Börsianer. Eckdaten für 2025 hatte das Unternehmen bereits im
Februar vorgelegt. Seither ging es für die Aktien um rund 40 Prozent
abwärts.
Ein erfolgreiches Börsendebüt legten die Titel von Vincorion
hin. Mit zuletzt 18,80 Euro lagen sie mehr als 10
Prozent über dem Preis von 17 Euro, zu dem sich der Investor Star
Capital von Teilen des Rüstungszulieferers getrennt hatte./edh/stk