Wiener Börse (Eröffnung) - ATX um ein Prozent erholt / Vage Hoffnungen auf näher rückendes Ende im Irankrieg - Banken, Industriewerte erholt, OMV gibt dagegen weiter nach
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Vage Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende im Nahen Osten haben den Wiener Aktienmarkt vor dem Wochenende noch einmal Auftrieb gegeben. Der ATX stieg am Freitag im frühen Handel um 0,97 Prozent auf 5.314,27 Punkte. In gleicher Höhe fällt auch der Wochengewinn aus, trotz des satten Vortagesverlusts von drei Prozent. Für den ATX Prime ging es um 0,94 Prozent auf 2.638,75 Zähler hinauf. Auch das europäische Umfeld erholte sich deutlich.
Zur Entspannung tragen Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bei, die Hoffnung auf ein nun doch rascheres Kriegsende als befürchtet machen. Netanyahu hatte laut "Times of Israel" gesagt: "Der Iran ist schwächer denn je." Das Land könne kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden dennoch weitergehen, "so lange dies notwendig ist".
Zudem hat sich die Lage am Energiemarkt zuletzt etwas stabilisiert. Entwarnung ist jedoch nicht angebracht, zumal Investoren dem zuletzt verstärkt zu beobachtenden Muster folgen könnten und vor dem Wochenende Risiken reduzieren, um sich gegen mögliche negative Entwicklungen abzusichern. Für zusätzliche Schwankungen könnte zudem der große Verfalltag sorgen. An diesem Freitag laufen an den Terminbörsen Futures und Optionen auf Aktien und Aktienindizes aus.
Unterstützung erhielt der ATX von den schwer gewichteten Bankwerten. BAWAG und Erste Group erholten sich jeweils um gut zwei Prozent. Die Industriewerte Wienerberger und voestalpine, die seit Kriegsbeginn im Nahen Osten besonders stark unter die Räder gekommen waren, tendierten 1,4 respektive 2,6 Prozent fester. Größte Gewinner im Leitindex waren aber die Lenzing-Aktien mit plus 7,3 Prozent. Die Titel hatten am Donnerstag im Zuge schlecht aufgenommener Jahreszahlen einen mehrjährigen Tiefststand erreicht.
Für OMV-Titel ging es dagegen weitere 2,3 Prozent hinab. Bereits am Donnerstag war die Nachricht über den auf 2027 verschobenen Börsengang der Borouge Group International (BGI), dem Chemie-Joint-Venture mit der ADNOC, negativ aufgenommen worden. Im Zuge der Entscheidung war auch die geplante Ausschüttung der BGI an die OMV gekürzt worden - was wiederum einen negativen Effekt auf die Dividende der OMV für 2026 haben wird. Zudem nähre der Aufschub bestehende Sorgen der Investoren über die Verschuldung der BGI, hieß es von Analystenseite.
Unter den wenigen Verlierern im prime-Segment waren die Titel der Palfinger, die 1,6 Prozent auf 33,55 Euro einbüßten. Berenberg-Analyst Lasse Stueben bestätigte zwar seine Kaufempfehlung, schraubte aber das Kursziel von 45,00 auf 42,00 Euro zurück. Er sieht den Kranhersteller weiter als Profiteur staatlicher Infrastrukturausgaben, wurde aber wegen des enttäuschenden Auftragseingangs vorsichtiger mit Blick auf die Margenentwicklung.
spa/rst
ISIN AT0000999982