Aktien Frankfurt Ausblick: Dax mit Erholungsversuch nach Elfmonatstief
Nach dem Vortagesabsturz dürfte der deutsche
Aktienmarkt am Freitag dank vager Hoffnungen auf ein schnelleres
Ende des Nahost-Krieges etwas zulegen. Allerdings könnte es - je
nach Nachrichtenlage in Nahost - erneut zu größeren Kursschwankungen
kommen. Dazu beitragen könnte auch der sogenannte große Verfalltag.
An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures
und Optionen auf Aktienindizes aus.
Der X-Dax signalisierte für den Dax
rund eine Stunde vor Handelsbeginn ein Plus von 0,4 Prozent bei
22.928 Punkten. Damit deutet sich für den deutschen Leitindex ein
Wochenverlust von rund 2,2 Prozent an. Seit Beginn des Iran-Krieges
Ende Februar beliefe sich das Minus auf knapp 10 Prozent.
Am Donnerstag war der Dax um 2,8 Prozent auf das tiefste Niveau seit
April 2025 eingebrochen, nachdem der Ölpreis von einer weiteren
Eskalation in Nahost bis auf über 119 Dollar angetrieben worden war
und für zusätzliche Konjunktur- und Inflationssorgen gesorgt hatte.
Inzwischen hat sich die Lage am Öl- und Gasmarkt aber wieder
entspannt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell mit 107
Dollar wieder deutlich weniger.
Zur Entspannung tragen Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten
Benjamin Netanjahu bei, die Hoffnung auf ein nun doch rascheres
Kriegsende als befürchtet machen. Netanjahu hatte laut "Times of
Israel" gesagt: "Der Iran ist schwächer denn je." Das Land könne
kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr
herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden dennoch
weitergehen, "so lange dies notwendig ist".
Unter den Einzelwerten dürften Elmos nach
Übernahmespekulationen im Anlegerfokus stehen. Auf der
Handelsplattform Tradegate notierten sie im Vergleich zum
Xetra-Schlusskurs vom Vortag zuletzt rund 10 Prozent höher. Am
Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Elmos
die Investmentbank Morgan Stanley mit der Suche nach einem
potenziellen Käufer beauftragt hat. Das Unternehmen führe erste
Gespräche mit möglichen Interessenten, darunter weltweit tätige
Halbleiterunternehmen. Elmos und Morgan Stanley wollten die
Informationen nicht kommentieren. Elmos ist an der Börse rund 2,5
Milliarden Euro wert.
Der Schmierstoffhersteller Fuchs verdiente im
vergangenen Jahr in etwa so viel wie im Vorjahr. Analysten hatten
allerdings mit einem leichten Ergebnisrückgang gerechnet. Der Umsatz
wuchs um ein Prozent. Die Dividende je Vorzugsaktie soll um sechs
Cent auf 1,23 Euro steigen. Im laufenden Jahr rechnen die Mannheimer
mit einer Besserung. Die Ziele liegen im Großen und Ganzen im Rahmen
der Analystenerwartungen. Für die Fuchs-Papiere ging es auf
Tradegate zuletzt um 2,6 Prozent nach oben.
Die Anteilsscheine von Infineon stiegen auf Tradegate
um 5 Prozent, nachdem die US-Bank JPMorgan die Aktien von "Neutral"
auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 40 auf 48 Euro
angehoben hatte. Der Halbleiterkonzern sei einer der größten
Profiteure des immensen Energiebedarfs beim KI-Einsatz, schrieb
Analyst Sandeep Deshpande. Zudem geht er davon aus, dass der
Tiefpunkt im Geschäft mit der Autobranche erreicht ist und nun eine
Stabilisierung folgen kann./edh/jha/