Österreichische Staatsanleihen im Späthandel überwiegend tiefer / EZB lässt Zinsen unangetastet, sieht Inflationsrisiken - Auch andere wichtige Notenbanken hielten Leitzinsen stabil
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Donnerstagnachmittag mehrheitlich mit Kursverlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 2 Basispunkte auf 3,28 Prozent gestiegen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 32 Basispunkte. Der deutsche Euro-Bund-Future stieg hingegen um 0,10 Prozent auf 125,95 Punkte.
Steigende Öl- und Gaspreise sowie tendenziell restriktive Signale der US-Notenbank Fed gaben den Renditen im Euroraum Auftrieb. Die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte tendenziell einen gegensätzlichen Einfluss.
Die EZB griff ihre Schlüsselzinssätze nach Ausbruch des Nahostkrieges und dem damit einhergehenden Ölpreisschock vorerst nicht an. Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde beließ den Einlagensatz bei 2,0 Prozent. Experten hatten dies im Durchschnitt erwartet. Auf der Pressekonferenz sprach Lagarde von Aufwärtsrisiken für die Inflationsentwicklung und betonte, dass die EZB die Energiepreise und mögliche Engpässe in den Lieferketten genau beobachte.
An den Terminmärkten wird aktuell mit einer Zinserhöhung bis Juni gerechnet. Ökonomen waren zuletzt hingegen eher zurückhaltender. Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer wies darauf hin, dass die Notenbank ihre Inflationsprognose für 2026 zwar auf 2,6 Prozent angehoben habe, jene für 2027 jedoch nur leicht auf 2,0 Prozent. Zudem sei der Tonfall Lagardes während der Pressekonferenz seinem Eindruck zufolge nicht von großer Entschiedenheit geprägt gewesen.
Am Mittwoch hatten Währungshüter der US-Notenbank Fed zwar ihre Zinsspanne wie erwartet nicht angepasst, begleitende Aussagen wurden aber als tendenziell restriktiv aufgefasst. Weitere Zinsentscheidungen gab es am Donnerstag von der Bank of Japan, der Schweizerischen Notenbank und der Bank of England. Alle drei Zentralbanken ließen ihre Leitzinsen unverändert.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,59 2,51 0,07 7 5 Jahre 2,84 2,82 0,02 18 10 Jahre 3,28 3,26 0,02 32 30 Jahre 3,77 3,78 -0,01 30
spa/sto