Aktien Frankfurt: Dax sackt auf Tief seit Mai - Konjunktursorgen nehmen zu
Sorgen um die Wirtschaft weltweit haben die
Anleger am Donnerstag verstärkt aus den Aktienmärkten getrieben.
Hierzulande geriet der Dax unter Druck und sackte
zeitweise auf ein Tief seit Mai 2025. Gegen Mittag gab der deutsche
Leitindex um 2,4 Prozent auf 22.945,11 Punkte nach. Der kräftige
Anstieg der Ölpreise schürt immer stärker die Furcht vor einem
deutlichen Anziehen der Inflation. Ein Barrel (159 Liter) der
Nordseesorte Brent kostet nach dem jüngsten Schub knapp 115 Dollar.
"Der Iran-Krieg hat mit dem Angriff auf ein Gasfeld eine neue
Eskalationsstufe erreicht", sagte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von
der Consorsbank. "Jeder Angriff auf kritische Energieinfrastruktur
nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten
Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden." Und die
Notenbanken seien in diesem Umfeld keine große Hilfe. Wie so oft in
dynamischen Situationen habe die US-Notenbank Fed am Vortag darauf
verwiesen, zunächst mehr Zeit für die Bewertung der Lage zu
benötigen. "Bei der EZB dürfte das heute kaum anders klingen. Die
Märkte sind da bereits einen Schritt weiter."
Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 2,7 Prozent auf
28.722 Punkte ein und auch in Asien und europaweit wurden kräftige
Verluste verbucht.
Hierzulande neigt sich die Berichtssaison der Unternehmen dem Ende
zu. Die letzten Nachzügler haben ihre Geschäftszahlen
veröffentlicht. So hatte Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern
Vonovia im vergangenen Jahr wegen höherer
Mieteinnahmen mehr verdient, doch im schwachen Umfeld sackte die
Aktie um 8,6 Prozent ab. JPMorgan-Analyst Neil Green verwies auf
Inflationsrisiken und die daher steigenden Anleiherenditen, die der
Branche Probleme bereiten.
Positiv stachen dagegen nach laut Goldman Sachs "beruhigenden
Quartalszahlen" die Aktien von United Internet und
deren Töchter Ionos und 1&1 hervor.
Ionos sprangen im MDax um 14,3 Prozent nach oben, gefolgt von United
Internet mit plus 6,3 Prozent. 1&1 stiegen an der SDax-Spitze
zugleich um 6,6 Prozent.
Lanxess sackten dagegen um knapp 10 Prozent ab und
waren Schlusslicht im MDax. Die Ziele des Chemiekonzerns für 2026
lägen unter den Erwartungen, schrieb Barclays-Analyst Anil Shenoy.
Der freie Barmittelzufluss sei schwach ausgefallen und die
Nettoverschuldung etwas höher als von ihm erwartet.
Am Ende des Nebenwerte-Index SDax ging es für die
Aktien von Kontron um knapp 14 Prozent abwärts. Der
Spezialist für das Internet-der-Dinge (IoT) legt in einer Woche
seine Geschäftszahlen vor./ck/jha/