ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax sinkt - Ölpreis steigt wieder
Der erneut gestiegene Ölpreis hat die Anleger
am deutschen Aktienmarkt wieder verschreckt. Der Leitindex Dax
brach im Handelsverlauf am Mittwoch einen
Erholungsversuch ab und büßte am Ende 0,96 Prozent auf 23.502,25
Punkte ein, nachdem der Iran neue Angriffe auf Teile seiner
Gasindustrie gemeldet hatte. Der MDax , der
mittelgroße Werte beinhaltet, rettete nach einem zwischenzeitlichen
Plus von fast 2 Prozent einen Gewinn von 0,13 Prozent auf 29.519,42
Punkte ins Ziel. Am Morgen noch hatten die Börsen weltweit positiv
darauf reagiert, dass der Irak ein Pipeline-Abkommen zum Ölexport
über die Türkei geschlossen hatte.
Mit wachsender Nervosität wird zudem auf die am Abend anstehende
Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank Fed gewartet. Im stark
verunsicherten Umfeld dürfte die Fed zwar kaum die Zinsen senken,
doch marktbewegend könnten ihre Aussagen sein.
Zuletzt waren grundsätzliche Zinssenkungshoffnungen am Markt
ausgepreist worden. Zudem waren angesichts des befürchteten
Inflationsanstiegs, der durch den hohen Ölpreis zu erwarten ist,
sogar erste Unsicherheiten über mögliche Zinsanhebungen aufgekommen.
Daher sind nach den Worten der Experten der Landesbank
Hessen-Thüringen die Prognosen der Fed zu Wachstum und Inflation
wesentlich.
Unternehmensseitig lag das Hauptaugenmerk hierzulande erneut auf
Aktien aus der zweiten und dritten Reihe. Im MDax erholte sich die
Aumovio-Papiere mit einem Plus von 3,5 Prozent, auch
wenn die Geschäftszahlen und die Jahresprognose des Autozulieferers
nur den Erwartungen entsprochen hatten. Analysten lobten jedoch
unisono den starken freien Barmittelzufluss.
Im Nebenwerte-Index SDax waren die Papiere des
Kochboxenversenders Hellofresh im Verlauf auf ein
Rekordtief unter 4 Euro abgesackt und gaben schließlich um fast 15
Prozent nach. Das Management erwartet im laufenden Jahr weitere
Rückgänge bei Umsatz sowie operativem Ergebnis und unterbot damit
die bereits bescheidenen Analystenschätzungen.
An der Index-Spitze zogen die Aktien von Heidelberger Druckmaschinen
um mehr als neun Prozent an. Der Maschinenbauer
orientiert sich weiter in den Verteidigungsbereich. Zusammen mit der
US-amerikanisch-israelischen Ondas Autonomous Systems soll ein
Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden. Dabei gehe es um den
Aufbau eines Shops für den wachsenden Markt autonomer
Drohnenabwehrsysteme.
Ansonsten bewegten vor allem Analysten-Kommentare. So hatte die
US-Bank Morgan Stanley Heidelberg Materials gleich
doppelt hochgestuft, was den Anteilsscheinen des Baustoffherstellers
ein Plus von zweieinhalb Prozent und damit den Spitzenplatz im Dax
bescherte. Analystin Cedar Ekblom sieht eine attraktive
Einstiegschance, nachdem die Anleger sich ungerechtfertigterweise um
die Beton-Preise im Umfeld geringerer Emissionskosten gesorgt
hätten. Die Expertin geht davon aus, dass die Beton-Preise
hartnäckig hoch bleiben.
Fielmann setzten sich mit einem Plus von gut vier
Prozent an die MDax-Spitze. Laut der Bank of America sind die
Risiken für einen Aktienkauf gesunken. Das hohe Umsatzziel für 2030
sei noch nicht im Kurs eingepreist, und zudem beschleunige sich das
Wachstum der Optikerkette in den USA.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx sank um 0,56
Prozent auf 5.736,85 Punkte. An den Börsen in London
und vor allem in Zürich ging es noch stärker nach
unten. Jenseits des Atlantiks fiel der Dow Jones Industrial
zum europäischen Handelsschluss um fast ein
Prozent./la/jha/