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ROUNDUP: Hellofresh erwartet weiteren Umsatzrückgang - Aktie gibt deutlich nach

Der Kochboxenversender Hellofresh rechnet wegen einer weiterhin schwächelnden Nachfrage mit einem erneuten Umsatzrückgang im laufenden Jahr. Die Erlöse dürften abseits der Wechselkurseffekte um etwa drei bis sechs Prozent zurückgehen, teilte der SDax-Konzern am Mittwoch in Berlin mit. Analysten hatten im Mittel einen geringeren Rückgang erwartet. Der um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei 375 bis 425 Millionen Euro liegen und damit im besten Fall etwas über dem Vorjahr. Branchenexperten hatten hier ein zum Vorjahr stabiles Ergebnis prognostiziert. An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kurseinbruch.

Für die Aktie ging es am Morgen zunächst auf ein Rekordtief von unter 4 Euro nach unten, zuletzt notiert das Papier am SDax-Ende mit knapp 12 Prozent Minus auf 4,03 Euro tiefer. Im bisherigen Jahresverlauf hat sie rund ein Drittel an Wert eingebüßt.

Für Giles Thorne von Jefferies kämpft Hellofresh weiterhin für eine Rückkehr zu steigenden Umsätzen und Ergebnissen. Denjenigen, die wie er selbst daran glaubten, böten die veröffentlichten Geschäftszahlen aber nur wenig Unterstützung. Der Ausblick auf 2026 impliziere einen erneuten Rückgang von Umsatz und bereinigtem operativen Ergebnis (Ebitda).

Laut Marcus Diebel von JPMorgan hat der Kochboxenversender wie erwartet einen schwachen Ausblick für 2026 gegeben. Die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis sei indes noch schwächer als erwartet ausgefallen und dürfte den Konsens um 6 Prozent drücken.

Der Konzern hat bereits einen schwachen Start in das neue Jahr hingelegt. Extreme Wetterbedingungen in wichtigen Märkten in Europa und den USA hatten im Januar die Auslieferungen und die Profitabilität beeinträchtigt, wie Hellofresh bereits im Februar zur Vorlage von Eckdaten für das Geschäftsjahr 2025 mitgeteilt hatte.

Hellofresh macht schon seit einiger Zeit ein Rückgang der Kundennachfrage zu schaffen. Hinzu kamen Belastungen durch einen stärkeren Euro. Das Management hatte deshalb ein Sparprogramm gestartet und setzt zur Ankurbelung der Nachfrage auf Produktverbesserungen.

Bis Ende 2025 hat das Unternehmen so Einsparungen von 160 Millionen Euro erzielt. Für das laufende Jahr rechnet das Management mit weiteren jährlichen Einsparungen in Höhe von 140 Millionen Euro. Im Februar hatte der Konzern angekündigt, sich vom italienischen Markt zurückzuziehen, auch für Spanien ist das geplant. Für beide Märkte bestehe keine klare Perspektive, hieß es.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen die Umsätze im Jahresvergleich, wie bereits bekannt, um 11,8 Prozent auf 6,76 Milliarden Euro. Der währungsbereinigte Umsatzrückgang lag bei 9,0 Prozent. Das bereinigte operative Konzernergebnis (Ebitda) stieg indessen dank Einsparungen um sechs Prozent auf rund 423 Millionen Euro, währungsbereinigt war das ein Anstieg um rund 14 Prozent. Dies lag im Rahmen der vom Unternehmen ausgegebenen Prognosespanne sowie der durchschnittlichen Markterwartungen.

Während der Umsatz mit Kochboxen währungsbereinigt um 12,7 Prozent rückläufig war, gab die deutlich kleinere Sparte rund um Fertiggerichte 1,4 Prozent nach.

Unter dem Strich verbuchte Hellofresh 2025 einen niedrigeren Verlust nach Anteilen Dritter von 92,6 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte hier ein Fehlbetrag von 136,4 Millionen zu Buche gestanden./err/tav/stk

 ISIN  DE000A161408

AXC0121 2026-03-18/10:42

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