ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax bleibt auf Erholungskurs
Der Dax hat am Dienstag an
seine Erholungsgewinne vom Wochenauftakt angeknüpft. Die Ölpreise
liegen aber weiter auf hohem Niveau und bleiben damit im Fokus, auch
wenn sich die meisten Anleger mit Blick auf die Handelsumsätze
"offensichtlich dazu entschieden haben, die aktuelle Krise ohne
große Handelstätigkeit auszusitzen", wie Portfoliomanager Thomas
Altmann von QC Partners sagte.
Nach einem zunächst verhaltenen Handelsstart gewann der deutsche
Leitindex am Ende 0,71 Prozent auf 23.730,92 Punkte. Allerdings ist
eine nachhaltige Erholung von den Kursverlusten im Zuge des
Iran-Kriegs - zumindest charttechnisch gesehen - erst bei einem
Stand um die 24.200 Punkte zu erwarten. Der MDax der
mittelgroßen Werte stieg am Dienstag um 1,83 Prozent auf 29.481,75
Zähler.
Am zwölften Handelstag, seit die USA und Israel den Militärschlag
gegen den Iran gestartet haben, scheinen die Hoffnungen auf ein
rasches Ende des Kriegs immer noch recht hoch zu sein. Ein länger
andauernder Konflikt würde vor allem Europa und Asien wegen ihrer
deutlich höheren Importabhängigkeit für Öl und Gas treffen. Die USA
dagegen sind bei der Ölversorgung weitgehend autark.
Zunehmend in den Blick rücken derweil die großen Zentralbanken, denn
am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren Leitzins und
am Donnerstag die EZB. Spontane Zinsveränderungen werden zwar als
unwahrscheinlich angesehen, doch erhoffe man sich "von den
schriftlichen Statements oder zumindest von den Fragerunden mehr
Einblicke, ob die Erwartung steigender Leitzinsen in der Eurozone
und ausbleibender Zinssenkungen in den USA richtig ist", sagte
Altmann.
Die steigenden Preise für Energie sorgten im Dax für Kursgewinne bei
Eon , Siemens Energy und RWE
. Eon zogen um 3,2 Prozent an. Siemens Energy legten
um 2 Prozent und RWE um 2,4 Prozent zu.
Die Aufmerksamkeit der Anleger galt zudem Einzelwerten aus der
zweiten und dritten Börsenreihe. So teilte der Labor- und
Pharmazulieferer Sartorius seine neuen
Mittelfristziele ab 2027 mit. Die Aktien schnellten an der
MDax-Spitze um fast acht Prozent in die Höhe. Nach den
vorangegangenen überdurchschnittlichen Kursverlusten herrschte nun
Erleichterung über die vom Management selbst als "realistisch, aber
ambitioniert" bezeichneten Prognosen. Die Fraport-Papiere
sprangen um knapp sechs Prozent hoch. Analysten
hatten sich zufrieden gezeigt mit den Zahlen und den Zielen des
Flughafenbetreibers.
Im Nebenwerteindex SDax hatten Springer Nature
die Nase vorn mit einem Plus von fast 13 Prozent. Der
Wissenschaftsverlag hatte im abgelaufenen Jahr seinen Umsatz und den
operativen Gewinn gesteigert und zudem laut Händlern einen
überraschend starken Ausblick gegeben.
Energiekontor dagegen sackten nach einem
Analystenkommentar um mehr als elf Prozent ab und fanden sich damit
am Ende des Nebenwerte-Index wieder. Der Experte Philipp Kaiser von
Warburg Research hatte seine Schätzungen für den Projektentwickler
im Bereich Erneuerbare Energien teils deutlich gekappt. Er
begründete dies mit dem generell schwächeren politischen Umfeld für
Erneuerbare, einem strukturellen Rückgang der Strompreise und
höheren Projektrisiken.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,53
Prozent auf 5.769,25 Zähler zu. Die Börsen in London
und Zürich zogen die Leitindizes etwas stärker an. In
New York gewann der Dow Jones Industrial zum europäischen
Börsenschluss 0,3 Prozent./la/stw