Österreichische Staatsanleihen mit Gewinnen im Späthandel / Angst vor steigenden Ölpreisen weiter präsent - Warten auf Zinsentscheide großer Zentralbanken
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Dienstagnachmittag mit Kursgewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 3 Basispunkte auf 3,21 Prozent gefallen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 30 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,19 Prozent auf 126,52 Punkte.
Die Sorge um steigende Ölpreise treibt weiter die internationalen Märkte um. Zuletzt hat der Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf verstärkt. Die Angriffe Teherans intensivieren sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich Sorgen vor Öl-Lieferengpässen und Inflationsgefahren verstärken. "Die Tendenz geht eindeutig dahin, dass die Zentralbanken restriktiver agieren werden, als es die Märkte wünschen", sagte vor diesem Hintergrund der Investmentchef Andrew Chorlton von M&G Investment Managers.
Der internationale Blick ist außerdem bereits auf die großen Zentralbanken gerichtet. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins, die EZB am Donnerstag, und auch in Großbritannien und Japan wird in dieser Woche über die Leitzinsen entschieden. Am Markt gilt es als ausgemacht, dass die amerikanischen Währungshüter den Leitzins auf ihrer morgigen Sitzung nicht ändern werden. Angesichts der kriegsbedingten Unsicherheit träten die jüngsten Konjunkturdaten wie etwa zur Inflationsentwicklung in den Hintergrund, schrieb Naomi Fink, Chief Global Strategist von Amova Asset Management. Die jüngste Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern zeigt zudem, dass diese inzwischen pessimistischer geworden sind und die Barmittelbestände in ihren Portfolios erhöht haben.
Der Iran-Krieg hat auch zu einem Einbruch der deutschen Konjunkturerwartungen im März geführt. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW fiel gegenüber dem Vormonat für Deutschland um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt einen weniger deutlichen Rückgang auf plus 39,2 Punkte erwartet. "Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt für steigenden Inflationsdruck", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Finanzmarktexperten seien skeptisch, dass es zu einem schnellen Ende des Konflikts kommen werde.
"Der überraschend kräftige Rücksetzer des ZEW-Index im März spiegelt die hohe Unsicherheitswahrnehmung, ausgehend vom militärischen Schlagabtausch im Nahen Osten, wider", kommentiert wiederum Volkswirt Marc Schattenberg von der Deutschen Bank.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,43 2,45 -0,02 5 5 Jahre 2,75 2,78 -0,04 18 10 Jahre 3,21 3,24 -0,03 30 30 Jahre 3,78 3,81 -0,03 30
moe/spa