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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX legt 0,96 Prozent zu / Iran-Krieg und Energiepreise bleiben das bestimmende Thema - Mayr-Melnhof mit Abgaben nach Gewinn- und Umsatzminus - Barclays erhöht Kursziel für die OMV

Die Wiener Börse konnte am Dienstag weiter mit Zuschlägen aufwarten. Der Leitindex ATX lag zu Mittag mit plus 0,96 Prozent bei 5.349,80 Punkten. Der ATX Prime gewann 0,94 Prozent auf 2.659,25 Einheiten. Europas wichtigste Börsen bewegten sich größtenteils im Gewinnbereich. Weiterhin dreht sich alles um den Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die damit verbundenen Ölpreise.

Das Thema Iran-Krieg und die damit zusammenhängenden hohen Energiepreise bleiben das bestimmende Thema und noch ist kein Ende dieser Phase in Sicht, so die Experten der Helaba. Die Bewegungen am Ölmarkt seien bisher in dieser Woche insgesamt gering gewesen, was für etwas Beruhigung gesorgt habe, kommentierten die Strategen der Deutschen Bank.

Nach dem Rückgang zum Wochenanfang legten die Ölpreise am Dienstag wieder zu. Rohöl der Sorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich jeweils um rund drei Prozent auf 103,11 Dollar und 96,24 Dollar je Barrel. Grund ist die Angst vor Lieferausfällen, da die Straße von Hormuz weiterhin nicht passiert werden kann.

Der internationale Blick ist bereits auf die großen Zentralbanken gerichtet. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins, die EZB am Donnerstag, und auch in Großbritannien und Japan wird in dieser Woche über die Leitzinsen entschieden. Am Markt gilt es als ausgemacht, dass die amerikanischen Währungshüter den Leitzins auf ihrer morgigen Sitzung nicht ändern werden. Angesichts der kriegsbedingten Unsicherheit träten die jüngsten Konjunkturdaten wie etwa zur Inflationsentwicklung in den Hintergrund, schrieb Naomi Fink, Chief Global Strategist von Amova Asset Management.

Dämpfend könnten deutsche Konjunkturerwartungen wirken. Das entsprechende Barometer für die kommenden sechs Monate vom deutschen Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) brach im März um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Zähler ein. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 39,0 Punkte erwartet.

Der Kartonhersteller Mayr-Melnhof hat heute bekanntgegeben, 2025 weniger Umsatz und Gewinn gemacht zu haben. Dafür verantwortlich seien eine schwache Konsumnachfrage und Überkapazitäten in Europa. Die Dividende für das Geschäftsjahr soll trotzdem auf 2,0 Euro je Aktie angehoben werden. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde eine Dividende von 1,80 Euro ausgeschüttet.

Der Umsatzrückgang spiegle die anhaltende Schwäche und geplante Wartungsstillstände im Bereich Board & Paper sowie die Entkonsolidierung von TANN im Segment Food & Premium wider, schreiben die Analysten der Erste Research in einem Kommentar. Positiv erwähnen sie, dass das Unternehmen sein Fit for Future (FFF)-Ziel bis 2027 auf 250 Mio. Euro (zuvor 150 Mio. Euro) angehoben hat, wovon im Geschäftsjahr 2025 bereits rund 70 Mio. Euro realisiert wurden. Restrukturierungskosten in Höhe von 29 Mio. Euro würden jedoch den Nettogewinn schmälern, sodass das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert blieb. Erste Research bestätigen die Empfehlung "Hold" und das Kursziel von 95,50 Euro. Mayr-Melnhof gaben bisher 0,77 Prozent auf 90,70 Euro ab.

Die Analysten der britischen Bank Barclays haben ihr Kursziel für die Aktien der OMV von 47 auf 52 Euro nach oben revidiert. Die Empfehlung "Underweight" für die Papiere des heimischen Öl-, Gas- und Chemieunternehmens wurde gleichzeitig unverändert belassen. Die OMV-Aktie erscheint laut Barclays-Einschätzung im Vergleich zu den Branchenkollegen teuer, was durch eine niedrigere Cash-Rendite, vergleichsweise schwächere ESG-Kennzahlen und eine geringere finanzielle Dynamik als bei Wettbewerbern verstärkt wird. Aufgrund des höheren Engagements im Chemiesektor dürfte das Unternehmen jedoch weniger anfällig für Ölpreisschwankungen sein. Die schwergewichteten OMV-Anteile legten heute 1,4 Prozent auf 60,65 Euro zu.

Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat bekanntgegeben, ein neues Werk am Standort in St. Martin im Innkreis (Bezirk Ried) zu errichten. Bis zu 300 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Insgesamt will das Unternehmen bis 2030 rund 350 Mio. Euro weltweit in neue Technologien und den Ausbau der Standorte investieren, ging am Dienstag aus einer Aussendung hervor. Auf Basis aktueller Marktprognosen stellte FACC bis 2030 weiteres Wachstum in Aussicht. FACC lagen starke 6,3 Prozent im Plus. Damit war das Papier die Nummer eins im ATX Prime-Segment.

Am anderen Ende fand sich die Addiko Bank, die 2,3 Prozent abgeben musste.

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