Wiener Börse (Mittag) - ATX weiterhin im Plus / Ölpreis weiter im Fokus - Mayr-Melnhof mit leichten Abgaben nach Gewinn- und Umsatzminus - Barclays erhöht Kursziel für die OMV
Die Wiener Börse hat sich am Dienstag im Verlauf weiter mit Zuschlägen gezeigt. Der Leitindex ATX lag zu Mittag mit plus 0,32 Prozent bei 5.314,12 Punkten. Der ATX Prime gewann 0,32 Prozent auf 2.642,06 Einheiten. An Europas Börsen war keine gemeinsame Richtung wahrnehmbar. Weiterhin dreht sich alles um den Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die damit verbundenen Ölpreise.
Das Thema Iran-Krieg und die damit zusammenhängenden hohen Energiepreise bleiben das bestimmende Thema und noch ist kein Ende dieser Phase in Sicht, so die Experten der Helaba. Nach dem Rückgang zum Wochenanfang haben die Ölpreise am Dienstag wieder zugelegt. Derzeit liegt der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent bei knapp über 99 Dollar. Am Montag lag zum Handelsschluss bei knapp 97 Euro.
Zunehmend in den Blick rücken international aber auch die großen Zentralbanken. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins, die EZB am Donnerstag, und auch in Großbritannien und Japan wird in dieser Woche über die Leitzinsen entschieden.
Dämpfend könnten deutsche Konjunkturerwartungen wirken. Das entsprechende Barometer für die kommenden sechs Monate vom deutschen Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) brach im März um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Zähler ein. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 39,0 Punkte erwartet.
Unternehmensseitig rückte am heimischen Aktienmarkt Mayr-Melnhof Karton mit dem Jahresergebnis 2025 in den Fokus. Der Kartonhersteller hat im Geschäftsjahr 2025 weniger Umsatz und Gewinn gemacht. Unterm Strich blieb aufgrund eines höheren Steueraufwandes ein Jahresüberschuss von 77,0 Mio. Euro, das waren 30,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Dennoch soll die Dividende auf 2,0 Euro je Aktie ansteigen. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde eine Dividende von 1,80 Euro ausgeschüttet. Mayr-Melnhof-Aktien verloren bis Mittag 0,22 Prozent.
Die Analysten der britischen Bank Barclays haben ihr Kursziel für die Aktien der OMV von 47 auf 52 Euro nach oben revidiert. Die Empfehlung "Underweight" für die Papiere des heimischen Öl-, Gas- und Chemieunternehmens wurde gleichzeitig unverändert belassen. Die OMV-Aktie erscheint laut Barclays-Einschätzung im Vergleich zu den Branchenkollegen teuer, was durch eine niedrigere Cash-Rendite, vergleichsweise schwächere ESG-Kennzahlen und eine geringere finanzielle Dynamik als bei Wettbewerbern verstärkt wird. Aufgrund des höheren Engagements im Chemiesektor dürfte das Unternehmen jedoch weniger anfällig für Ölpreisschwankungen sein. Die schwergewichteten OMV-Anteile legten heute 1,7 Prozent auf 60,80 Euro u.
Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat bekanntgegeben, ein neues Werk am Standort in St. Martin im Innkreis (Bezirk Ried) zu errichten. Bis zu 300 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Insgesamt will das Unternehmen bis 2030 rund 350 Mio. Euro weltweit in neue Technologien und den Ausbau der Standorte investieren, ging am Dienstag aus einer Aussendung hervor. Auf Basis aktueller Marktprognosen stellte FACC bis 2030 weiteres Wachstum in Aussicht. FACC lagen am zu Mittag starke 5,5 Prozent im Plus. Damit war das Papier die Nummer eins im ATX Prime-Segment.
Am anderen Ende fand sich die Addiko Bank, die 2,3 Prozent abgeben musste.
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