Aktien Frankfurt: Dax leicht im Plus - Anleger hoffen auf Ölpreisrückgang
Der Dax hat sich am Dienstag
stabil gehalten. Nach einem soliden Wochenstart und trotz des wieder
leicht höheren Ölpreises legte der deutsche Leitindex um die
Mittagszeit um 0,1 Prozent auf 23.592 Punkte zu. Der MDax
der mittelgroßen Werte gewann 0,5 Prozent auf 29.108
Zähler.
Es ist der nunmehr zwölfte Handelstag seit die USA und Israel den
Militärschlag gegen den Iran gestartet haben, und am deutschen
Aktienmarkt scheinen die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Kriegs
hoch zu sein. "Die meisten haben sich offensichtlich dazu
entschieden, die aktuelle Krise ohne große Handelstätigkeit
auszusitzen", konstatierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC
Partners. Dabei verwies er auf die insgesamt geringen
Handelsumsätze.
Aktuell kostet Rohöl der Nordseesorte Brent etwas mehr als am
Vortag, wobei der Preis weiter über 100 US-Dollar liegt. Das Hoch
lag vor rund einer Woche bei knapp 120 Dollar, was der höchste Stand
seit 2022 war und heftige Konjunktur- und Inflationssorgen geschürt
hatte. Besonders im Fokus stehen daher alle Nachrichten über den
wichtigsten Versorgungsweg für Energielieferungen, die Straße von
Hormus, die vom Iran faktisch blockiert ist.
Zunehmend in den Blick rücken aber auch die großen Zentralbanken. So
entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins und
die EZB am Donnerstag. Spontane Zinsveränderungen werden in dieser
Woche zwar als unwahrscheinlich angesehen, doch erhoffe man sich
"von den schriftlichen Statements oder zumindest von den Fragerunden
mehr Einblicke, ob die Erwartung steigender Leitzinsen in der
Eurozone und ausbleibender Zinssenkungen in den USA richtig ist", so
Altmann.
Die steigenden Preise für Energie sorgten im Dax für Kursgewinne bei
RWE und Eon . Die beiden
Versorgeraktien nahmen die Index-Spitze ein, wobei RWE um 1,8 und
Eon um 2,8 Prozent stiegen. Rheinmetall gaben dagegen
nach der jüngsten Kurserholung der Rüstungsaktie am Dax-Ende um 2,3
Prozent nach.
Die Aufmerksamkeit der Anleger galt zudem Einzelwerten aus der
zweiten und dritten Börsenreihe. So gab der Labor- und
Pharmazulieferer Sartorius neue Mittelfristziele ab
2027 bekannt. Die Aktie war mit plus 5,0 Prozent einer der Favoriten
im MDax. Nach den vorangegangenen überdurchschnittlichen
Kursverlusten herrschte nun Erleichterung über die vom Management
selbst als "realistisch, aber ambitioniert" bezeichneten Prognosen.
Die Fraport-Aktie sprang um 5,7 Prozent hoch. Zwar
wird am Frankfurter Flughafen auch 2026 noch nicht wieder das
Fluggast-Aufkommen erwartet, das es vor der Corona-Krise gegeben
hatte, doch Analysten zeigten sich zufrieden mit den Zahlen und den
Zielen des Flughafenbetreibers. Unter anderem wurde der freie
Barmittelfluss positiv hervorgehoben, der im Vorjahr erstmals seit
2018 wieder positiv war. "Und damit ein Jahr früher", wie es bei
JPMorgan hieß.
Im SDax hatten Springer Nature die
Nase vorn mit plus 5,8 Prozent. Der Wissenschaftsverlag steigerte im
abgelaufenen Jahr den Umsatz und den operativen Gewinn und gab zudem
laut Händlern einen überraschend starken Ausblick.
Energiekontor sackten dagegen am Ende des
Nebenwerte-Index um 10,5 Prozent ab und erreichten ein Tief seit
Dezember. Warburg-Analyst Philipp Kaiser kappte sein Kursziel für
die Aktie um fast 45 Prozent und wies in seinem Ausblick auf die
Geschäftszahlen des Projektentwicklers für Erneuerbare Energien
darauf hin, dass sich das Marktumfeld und die politische Gemengelage
in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert hätten./ck/men