Österreichische Staatsanleihen legen im Späthandel zu / IEA setzt auf schnelle Beruhigung der Märkte - EZB-Sitzung am Donnerstag wohl ohne Zinsänderung
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben am Montag im Späthandel zugelegt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe fiel im Gegenzug um 4 Basispunkte auf 2,78 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe lag bei 30 Basispunkten.
Deutsche Staatsanleihen konnten ebenfalls zulegen. Der deutsche Euro-Bund-Future hielt zuletzt mit einem Plus von 0,42 Prozent bei 126,27 Punkten.
Die Risikowahrnehmung an den Finanzmärkten wird laut Experten der Deutschen Bank Research weiterhin vom militärischen Schlagabtausch im Nahen Osten bestimmt. Angriffe auf den Seeverkehr und eine mögliche Verminung der Straße von Hormuz bedrohen einen bedeutenden Teil der globalen Erdöl- und Gastransporte, was bereits zu Preissteigerungen geführt habe. Die Dauer dieser Angebotsstörungen sei entscheidend für den resultierenden Inflationseffekt, so die Analysten.
Die Internationale Energieagentur (IEA) setzt nach dem Start der Freigabe strategischer Ölreserven auf eine schnelle Beruhigung der Märkte. "Angesichts dieser beispiellosen Maßnahme hoffe ich sehr, dass sich die Lage rasch klärt, damit sich die Märkte wieder erholen können", sagte IEA-Chef Fatih Birol in Paris. "Dieses rasche Eingreifen der IEA wirkte beruhigend auf die Märkte. Die Ölpreise liegen heute deutlich unter dem Niveau von vor einer Woche." Die Wiederaufnahme des Transits durch die Straße von Hormuz sei allerdings der wichtigste Faktor für die Rückkehr zu stabilen Öl- und Gaslieferungen. Die IEA gab mehr als 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notreserven frei.
Am Donnerstag dürften die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten, vor allem auf die Inflation, die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) bestimmen. Aber die Experten der Deutschen Bank Research gehen nicht davon aus, dass der geldpolitische Kurs übereilt geändert wird. An den Finanzmärkten sei bis Jahresende derzeit eine Straffung von 47 Basispunkten eingepreist. "Damit liegt die implizierte Wahrscheinlichkeit für zwei Zinsanhebungen um je 25 Bp. bei 94%, die erste davon im Juli", schriebt die Deutsche Bank Research.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,42 2,45 -0,02 3 5 Jahre 2,78 2,82 -0,04 19 10 Jahre 3,23 3,28 -0,05 30 30 Jahre 3,80 3,82 -0,02 30
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