Wiener Börse (Mittag) - ATX moderat mit 0,13 Prozent im Plus / Iran-Krieg und Ölpreisentwicklung weiterhin im Fokus - Barclays-Kurszielerhöhung für Post - voestalpine mit zwei Aufträgen
Der Wiener Aktienmarkt hat am Montag nach moderaten Anfangsverlusten ins Plus gedreht. Nach wie vor steht aber der Iran-Krieg und die damit verbundene Ölpreisentwicklung im Mittelpunkt. Der heimische Leitindex ATX lag zu Mittag mit einem Plus von 0,13 Prozent auf 5.270 Punkten. Der ATX Prime gewann 0,11 Prozent auf 2.621 Zähler. Auch die wichtigsten europäischen Börsen zeigten sich größtenteils erholt.
Im Fokus steht weiterhin der Iran-Krieg. Am Sonntagabend telefonierten die Präsidenten aus dem Iran, Masoud Pezeshkian, und Frankreich, Emmanuel Macron, über die Lage in der Straße von Hormuz. Nähere Details wurden nicht bekannt. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist infolge des Krieges und durch iranischen Beschuss nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ölpreise in die Höhe treibt.
Die Außenminister der EU-Staaten kamen am Vormittag zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges zu einem persönlichen Treffen in Brüssel zusammen. Thema der Beratungen soll unter anderem die Frage sein, ob und wenn ja, wie die EU zu einer Deeskalation beitragen kann. Mit Sorge werden vor allem die Auswirkungen des Krieges auf die Energiepreise sowie mögliche Fluchtbewegungen betrachtet. Bei den Gesprächen geht es auch um ein mögliches UNO-Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormuz. "Es liegt in unserem Interesse, die Straße von Hormuz offen zu halten. Deshalb diskutieren wir auch, was wir in dieser Hinsicht von europäischer Seite aus tun können", sagte Außenbeauftragte Kaja Kallas vor dem Treffen.
Auf dem heutigen Programm steht der Empire-State-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Großraum New York. Am Donnerstag folgt dann der Philadelphia-FedIndex. "Unternehmenslenker und Marktteilnehmer fürchten wegen der hohen Energiekosten einen Inflationsschub und so wurden Zinssenkungserwartungen verdrängt. Mit Reaktionen der Zentralbanken ist mit Blick auf die FOMC-Sitzung am Mittwoch und der EZB-Ratssitzung am Donnerstag aber nicht zu rechnen", schreiben die Helaba-Experten in ihrem Tagesausblick.
Unternehmensseitig ist heute wenig zu erwarten. Experten von Barclays haben das Kursziel pro Aktie für die heimische Post, die am vergangenen Donnerstag die Zahlen für 2025 vorgelegt hat, von 25,60 Euro auf 26,10 Euro erhöht. Das Kaufvotum "Underweight" blieb unverändert. Die Aktie der Post fiel um 1,49 Prozent auf 33,05 Euro.
Der Stahlkonzern voestalpine gab zwei Aufträge bekannt. Der Geschäftsbereich voestalpine Railway Systems bedient die Deutsche Bahn und die Schweizerische Bundesbahnen mit Lieferungen im Gesamtwert von 500 Mio. Euro. In Deutschland stellt der Konzern unter anderem Schienen und Weichenkomponenten bereit, in der Schweiz geht es um die Digitalisierung des Streckennetzes. Dennoch gaben die Werte von voestalpine um 0,91 Prozent nach.
Verluste von mehr als einem Prozent gab es für die Aktien von Uniqa und Wienerberger. Vienna Insurance Group (VIG) sanken um 0,97 Prozent.
Gestützt wurde der ATX von AT&S mit einem Plus von 2,78 Prozent. Verbund legte um 1,85 Prozent zu, OMV um 1,19 Prozent. Im prime market zogen die Werte von Agrana um 1,77 Prozent an.
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