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Forscher: Fluchtwege aus dem Iran nach Europa versperrt

Trotz der anhaltenden Angriffe auf den Iran erwartet der Migrationsforscher Gerald Knaus keine große Fluchtbewegung nach Europa. Da Staaten wie die Türkei ihre Grenzbefestigung stark ausgebaut hätten, gebe es derzeit keine Fluchtwege, sagte der österreichische Vorsitzende der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative (ESI) im Deutschlandfunk. "Wenn wir Grenzen haben, an denen Soldaten stehen, die einen Schießbefehl haben, dann können auch die am meisten verzweifelten Menschen der Welt ihr Land nicht verlassen."

Migrationsforscher warnt vor humanitärer Katastrophe

Der Fokus müsse stattdessen auf der humanitären Lage im Iran liegen, sagte Knaus. "Auch wenn es Menschen nicht schaffen, in großer Zahl zu fliehen, bedeutet das nicht, dass ihre Lage im Land nicht katastrophal sein kann", sagte Knaus. So sei es derzeit etwa für die Menschen in Gaza der Fall, über die derzeit wenig gesprochen werde - "vielleicht auch, weil wenige von ihnen es irregulär nach Europa schaffen", so Knaus.

Er verweist auch auf die Situation im Libanon: Durch die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah wurden dort innerhalb des Landes viele Menschen vertrieben, von denen aber wenige nach Europa gekommen seien. Dennoch habe es dort eine humanitäre Katastrophe gegeben, während "die Hilfsgelder für Organisationen, die sich um Vertriebene kümmern, weltweit immer mehr reduziert werden", sagte Knaus.

Knaus gilt als einer der Architekten des Flüchtlingsabkommens von 2016 mit der Türkei, das nach der Flüchtlingswelle die irregulären Einreisen in die EU zurückgehen ließ./nkl/DP/stw

AXC0087 2026-03-11/08:52

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