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Österreichische Staatsanleihen mit Kursgewinnen / Bundesanleihen gelten nach wie vor als sicherer Hafen für die Investoren - Volatile Ölpreise wirken auch auf den Anleihemarkt

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben am Dienstag im Späthandel großteils zugelegt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe fiel im Gegenzug um 3 Basispunkte auf 3,15 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe lag bei 31 Basispunkten.

Deutsche Staatsanleihen gaben etwas nach. Der deutsche Euro-Bund-Future lag zuletzt mit einem Minus von 0,35 Prozent bei 126,93 Punkten.

Österreichische Bundesanleihen gelten nach wie vor als sicherer Hafen für die Investoren. Trotz internationaler Turbulenzen an den Finanzmärkten wegen des Iran-Kriegs gab es für die heutige Aufstockung zweier Bundesanleihen der Republik Österreich rege Nachfrage. Insgesamt lukrierte die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) am Dienstag 1,725 Mrd. Euro am Finanzmarkt.

Aufgestockt wurden die zehnjährige Benchmarkanleihe sowie ein sechsjähriges Papier. Die Nachfrage fiel laut einem OeBFA-Sprecher "sehr gut" aus, Österreich profitiere von seinem "Status als sicherer Hafen". Die zehnjährige Anleihe war am Dienstag 4,6-fach überzeichnet, bei der sechsjährigen betrug die Bid-Cover-Ratio 2,4.

Bei den Renditen seien die Werte sehr ähnlich zu der jeweils letzten Aufstockung der beiden Papiere ausgefallen - wobei zu berücksichtigen sei, dass die Renditen ohne den Iran-Krieg wahrscheinlich geringer ausgefallen wären, sagte der Sprecher. Die Benchmarkanleihe erzielte eine Emissionsrendite von 3,097 Prozent, bei der sechsjährigen Anleihe waren es 2,792 Prozent. Der Zinsaufschlag zu Deutschland habe sich indessen eingeengt.

Nach dem Anstieg der Ölpreise rechnen Investoren mit einer anhaltenden Phase stark schwankender Preise. "Die Volatilität auf dem Ölmarkt ist sprunghaft angestiegen und erreicht Werte, die über denen während des Ukraine-Konflikts liegen und nur mit denen der Corona-Krise vergleichbar sind", sagte Luis Ruiz, Analyst beim Broker CMC Markets. Die Achterbahnfahrt am Rohölmarkt reiße dabei auch die Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkte mit.

Österreichs Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher erklärte heute mit Blick auf die anstehende Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche, dass sich das Umfeld für die Geldpolitik verändert habe. Die EZB sei aber "vorbereitet darauf, rasch und auch klar zu reagieren". Es sei entscheidend, die Zinsentwicklung so zu gestalten, dass sich die Inflation nicht verfestigt.

Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:

Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten)
2 Jahre     2,30   2,39       -0,09                        3
5 Jahre     2,67   2,68       -0,01                       19
10 Jahre    3,15   3,18       -0,03                       31
30 Jahre    3,74   3,74        0,00                       30

moe/spa

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