Österreichische Staatsanleihen im Minus, Ängste wegen Iran-Folgen / Iran-Konflikt und Ölpreishöhenflug schüren Ängste vor Energiekrise und Inflation
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben am Montagnachmittag nachgegeben. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg im Gegenzug um 3 Basispunkte auf 3,14 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe lag bei 31 Basispunkten.
Auch deutsche Staatsanleihen gaben zum Wochenstart nach. Der deutsche Euro-Bund-Future lag zuletzt mit einem Minus von 0,91 Prozent bei 126,96 Punkten.
Belastet wurden die Anleihen weiter von den Ängsten, dass die mit dem Iran-Konflikt rasant steigenden Öl- und Gaspreise zu einer Energiekrise führen und damit auch die Inflation und das Zinsniveau anheizen. Am stärksten litten zum Wochenstart die Staatsanleihen jener Länder, die auf Importe von Energie stark angewiesen sind.
Der Ölpreis hat am Montag seinen Höhenflug fortgesetzt und die Marke von 100 US-Dollar übersprungen. Der Preis für ein Fass der Nordsee-Referenzsorte Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar je Fass, kam dann aber wieder etwas zurück.
Wegen der Kämpfe im Iran meiden Tanker weiterhin die für den Öltransport wichtige Straße von Hormuz. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien erhöht zwar seine Lieferungen über das Rote Meer, die Mengen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um die Ausfälle auszugleichen. "Die Weltwirtschaft bleibt abhängig vom Fluss von Öl und Erdgas aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormuz", erklärte Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan. Ein längerer Konflikt könnte den Ölpreis über 120 Dollar treiben und eine weltweite Rezession auslösen.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,38 2,32 0,06 5 5 Jahre 2,72 2,67 0,05 19 10 Jahre 3,18 3,14 0,03 31 30 Jahre 3,74 3,72 0,02 31
mik/rst