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Wiener Börse (Mittag) - ATX weiterhin klar im Minus / Heimischer Leitindex verliert 2,3 Prozent - Stark ansteigende Ölpreise und Sorgen um Inflation sowie Wachstumsrückgang im Fokus

Die Auswirkungen des Iran-Krieges haben am Montag den Wiener Aktienmarkt auf Talfahrt geschickt. Die stark ansteigenden Ölpreise und die Sorgen um eine höhere Inflation sowie um einen Rückgang des Wirtschaftswachstums ließen den ATX zu Mittag um 2,3 Prozent gegenüber dem Handelsschluss am Freitag sinken. Der heimische Leitindex notierte bei 5.279,22 Punkten. Der ATX Prime verlor 2,33 Prozent auf 2.623,57 Zähler. Ähnlich erging es den europäischen Leitbörsen.

Wegen der Kämpfe im Iran meiden Tanker weiterhin die für den Öltransport wichtige Straße von Hormuz. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien erhöht zwar seine Lieferungen über das Rote Meer, die Mengen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um die Ausfälle auszugleichen. "Die Weltwirtschaft bleibt abhängig vom Fluss von Öl und Erdgas aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormuz", erklärte Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan. Ein längerer Konflikt könnte den Ölpreis über 120 Dollar treiben und eine weltweite Rezession auslösen. Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) wollen noch am Montag über eine mögliche Freigabe von Notfall-Ölreserven beraten, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus französischen Regierungskreisen erfuhr. Die "Financial Times" hatte zuerst über die Erwägungen berichtet.

Wegen stark gestiegener Importe aus China sowie eines deutlichen Rückgangs der Ausfuhren in die USA verzeichnete Österreich 2025 ein Handelsbilanzdefizit von 6,6 Mrd. Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) warnte bei der Präsentation der Zahlen davor, dass Europa ein "Ausweichmarkt für Dumpingimporte aus China" werde. Mit Abstand wichtigster Handelspartner Österreichs bleibt Deutschland. Mit den EU-Ländern halten sich Exporte und Importe ungefähr die Waage.

Unternehmensseitig blieb es am Montag ruhig. Andritz gaben um 2,72 Prozent auf 66,25 Euro nach. Aus der Sicht der Deutschen Bank trägt die Umstrukturierung des steirischen Anlagenbauers Früchte. Die Aussichten seien vielversprechend. Der Analyst Lars Vom-Cleff belässt das Kursziel der Aktie bei 86 Euro. Es besteht auch weiterhin die Empfehlung "Buy".

Am unteren Ende des ATX notierten zu Mittag die Werte der voestalpine, die um 7,88 Prozent nachgaben. Dahinter folgten die Aktien von AT&S (-4,64 Prozent) und Wienerberger (-4,54 Prozent). Abschläge zwischen 1,8 und 3 Prozent gab es bei den Bankwerten. Die Addiko Bank verlor sogar 5,66 Prozent. RHI Magnesita gaben um 5,07 Prozent nach.

Gestützt wurde der heimische Leitindex lediglich von SBO mit einem Plus von 2,84 Prozent, Verbund mit plus 1,86 Prozent und OMV mit plus 0,26 Prozent. Zudem war der Flughafen Wien mit 1,92 Prozent im Plus.

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