Aktien New York: Dow dämmt nach November-Tief Verluste etwas ein - Zinshoffnung
Der Dow Jones Industrial ist am
Freitag angesichts der Forderung des US-Präsidenten nach einer
"bedingungslosen Kapitulation" des Iran zeitweise auf ein Tief seit
Ende November gesackt. Im Handelsverlauf erholte sich der
bekannteste Index der Wall Street etwas und dürfte dabei von
schwachen Arbeitsmarktdaten und den damit verbundenen
Zinssenkungshoffnungen gestützt worden sein. Der überwiegend mit
Technologie-Aktien bestückte Nasdaq 100 schwankte nicht so stark.
Der Dow, der vor fast einem Monat noch über 50.500 Punkte geklettert
war, näherte sich kurzzeitig der Marke von 47.000 Zählern. Rund zwei
Stunden vor dem Börsenschluss erholte er sich mit minus 1,2 Prozent
auf 47.400 Punkte etwas. Im Wochenverlauf bedeutet das ein Minus von
etwas mehr als drei Prozent.
Um 1,1 Prozent auf 6.758 Punkte ging es am Freitag für den breit
gefassten S&P 500 abwärts. Der Nasdaq 100
, der die Inflationssorgen bisher deutlich besser
weggesteckt hat, sank um 0,9 Prozent auf 24.800 Zähler. Am Dienstag
war zwar auch er auf ein November-Tief gerutscht, hatte sich dann
aber deutlich erholt. Auf Wochensicht deutet sich nun ein Minus von
etwas mehr als einem halben Prozent an.
Die Anleger sorgen sich nach einer knappen Woche Krieg im Iran um
dessen Dauer, denn US-Präsident Donald Trump fordert auf seiner
Plattform Truth Social eine "bedingungslose Kapitulation". Die
Hisbollah im Libanon betonte unterdessen inmitten stetiger Angriffe
Israels erneut ihre Kampfbereitschaft. Das sorgte dafür, dass die
Ölpreise ihren Höhenflug erneut beschleunigten und so Inflations-
und Konjunktursorgen befeuerten.
Der US-Arbeitsmarkt sendete zwar durchwachsene Signale, da die
Beschäftigung überraschend sank, während das Lohnwachstum robust
blieb. Dennoch sehen zahlreiche Experten angesichts der schwachen
Daten verstärkt Chancen, dass die Fed eher zu einer Zinssenkung
bereit sein könnte.
Erneut zählten Rüstungs- und Ölaktien mit zu den größten Gewinnern
am Aktienmarkt. RTX und Lockheed Martin gewannen mehr als zwei
Prozent und waren die Favoriten im S&P 100 . Boeing
sprangen zuletzt an der Dow-Spitze um 2,3 Prozent
hoch. Das Papier profitierte vor allem von Gerüchten über einen
Großauftrag aus China. Angeblich winkt dem Flugzeugbauer ein Auftrag
von mehr als 500 Flugzeugen des Typs 737 Max.
Für die Ölaktien ExxonMobil und ConocoPhillips
ging es jeweils um 0,7 Prozent nach oben.
Profiteure der hohen Energiepreise sind neben Öl- und Gaskonzernen
auch Produzenten von Polyethylen wie LyondellBasell
und Dow . Für letztgenannte Aktie sprach JPMorgan nun
eine Empfehlung aus. Analyst Jeffrey Zekauskas sieht
Nachholpotenzial im Vergleich zu Lyondell und ist für die
Preisentwicklung des Kunststoffs obendrein sehr optimistisch. Beide
Aktien legten zu und bauten damit ihre deutlichen Gewinne seit
Wochenbeginn weiter aus. Dow stiegen um 0,9 Prozent und Lyondell um
2,4 Prozent.
Um etwas mehr als 22 Prozent sprangen Marvell Technology
nach einem starken Ausblick hoch und nahmen damit die
Spitze im Nasdaq 100 ein. Analyst Vivek Arya von der Bank of America
hob die Aktie von "Neutral" auf "Buy". Die Telefonkonferenz nach dem
Geschäftsbericht habe das Vertrauen darin bestärkt, dass Marvell
stark von der KI-bedingten Nachfrage nach optischen Halbleitern
profitieren wird, schrieb er. Zudem sei der Erfolg des Partners
Microsoft mit kundenspezifischen Chips für die
Cloud-Infrastruktur klarer absehbar.
Nach vorgelegten Zahlen sackte dagegen die Aktie des Modehändlers
Gap um etwas mehr als 13 Prozent ab. Das Wachstum der
größten Marke Old Navy hatte im vierten Quartal enttäuscht und zudem
war der Margen-Ausblick von Gap hinter den Erwartungen
zurückgeblieben./ck/jha/