Ein Wiederanstieg der Ölpreise ist dem
österreichischen Leitindex ATX am Donnerstag in die
Quere gekommen. Zum Handelsende bewegten sich die Notierungen wieder
in Richtung der Höchststände vom Wochenstart, wodurch ein
zwischenzeitlicher Erholungsversuch an den europäischen
Aktienmärkten abgewürgt wurde.
Der Wiener Leitindex ATX schloss 1,42 Prozent im Minus bei 5.437,32
Punkten. Damit gab er die Erholungsgewinne des Vortages praktisch
vollständig wieder ab, blieb aber noch über dem Zwischentief vom
Dienstag bei 5.334 Zählern. Im frühen Handel hatte sich das
Börsenbarometer noch bis knapp über die 50-Tage-Durchschnittslinie
bei 5.556 Punkten vorgearbeitet.
Eine Entspannung im Iran-Krieg ist weiterhin nicht in Sicht.
Besonders besorgt zeigen sich die Rohstoffmärkte über die Lage an
der Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des globalen
Ölhandels abgewickelt wird. Der Schiffsverkehr durch diese
Wasserstraße ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die steigenden
Ölpreise verstärkten die Sorgen vor zunehmendem Inflationsdruck. Am
Euro-Geldmarkt werden im weiteren Jahresverlauf auch
Leitzinsanhebungen nicht ausgeschlossen.
Andritz nach Zahlen unter Druck
In Wien rasselten Aktien des ATX-Schwergewichts Andritz
nach Zahlen um 5,5 Prozent auf den tiefsten Stand
seit Jahresbeginn hinab. Die Ergebnisse des Anlagenbauers
entsprachen weitgehend den vorläufigen Zahlen von Anfang Februar.
Analysten verwiesen darauf, dass der Ausblick für 2027 optimistisch
erscheine. Zudem wurde auf einen geringer als erwartet ausgefallenen
operativen Cashflow verwiesen.
Analyst Daniel Lion von der Erste Group sieht für die Andritz-Titel
momentan nur wenig Aufwärtspotenzial. Die Abschläge gegenüber den
Branchenkollegen hätten sich deutlich verringert, angesichts der
jüngsten Entwicklungen sei zudem mit Gewinnrevisionen zu rechnen.
Zumtobel und Addiko am Donnerstag ebenfalls im Fokus
Besser aufgenommen wurden die Ergebnisse von Zumtobel
, die Aktien gewannen 0,7 Prozent. Der Vorarlberger
Leuchtenhersteller verbuchte im dritten Quartal 2025/26 zwar erneut
einen Umsatzrückgang. Erste-Analyst Michael Marschallinger sprach
angesichts der verbesserten Margenentwicklung aber von einem
gemischten Zahlenwerk.
Ebenfalls nach Zahlen fielen Addiko Bank um 0,8
Prozent. Der Nettogewinn des Geldhauses ging leicht zurück, zudem
soll abermals keine Dividende ausgeschüttet werden. Die Notierung
der Aktie wechselt ab April in das Segment Standard Market der
Wiener Börse.
Analystenstimmen zu Verbund und Porr
Inzwischen hob die Deutsche Bank ihr Kursziel für die
Verbund-Anteile leicht von 55 auf 56 Euro an,
bestätigte aber ihre Verkaufsempfehlung. Die Anstiege der
Energiepreise seit Wochenbeginn und kurzfristig verbesserte
Aussichten für die Erzeugungsmengen dürften sich positiv auf den
Gewinn auswirken, erwartet Analyst Olly Jeffery. Die
Verbund-Anteilsscheine gewannen 0,3 Prozent auf 61,85 Euro.
Porr stiegen um 0,5 Prozent auf 39,00 Euro. Analyst
Philipp Kaiser von Warburg Research bekräftigte nach
Jahresergebnissen seine Kaufempfehlung. Die überraschend starke
oeprative Marge (Ebit) im abgelaufenen Jahr bestätige die
strategische Neuausrichtung des Unternehmens hin zu margenstarken
Projekten und konsequenter Kostenkontrolle./spa/sto/APA/men