Wiener Börse (Mittag) - ATX gewinnt 0,7 Prozent / Keine Entspannung im Nahen Osten - Andritz nach Zahlen unter Druck
Der ATX hat am Donnerstag an die Erholung vom Vortag angeknüpft. Nach einem holprigen Auftakt stand der heimische Leitindex zu Mittag um 0,65 Prozent im Plus auf 5.551,78 Punkten. Er setzte sich damit weiter vom Zwischentief bei 5.334 Zählern vom Dienstag ab.
Für den ATX Prime ging es um 0,60 Prozent auf 2.757,46 Zähler hinauf. Auch das europäische Umfeld tendierte freundlich. Die Kurserholung an den Aktienmärkten ging mit leicht rückläufigen Öl- und Gaspreisen einher. Eine dauerhafte Entspannung ist aber nicht in Sicht. Die Kriegshandlungen im Nahen Osten setzten sich fort.
Aktien des ATX-Schwergewichts Andritz rasselten in Wien nach Zahlen zeitweise mehr als sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn hinab. Zuletzt notierten sie noch 5,4 Prozent schwächer.
Die Ergebnisse des Anlagenbauers entsprachen weitgehend den vorläufigen Zahlen von Anfang Februar. Analysten verwiesen darauf, dass der Ausblick für 2027 optimistisch erscheine. Erste-Experte Daniel Lion sieht für die Titel nur wenig Aufwärtspotenzial. Die Abschläge gegenüber den Branchenkollegen hätten sich deutlich verringert, zudem sei angesichts der jüngsten Entwicklungen mit Gewinnrevisionen zu rechnen.
Besser aufgenommen wurden die Ergebnisse von Zumtobel, die Aktien gewannen 1,1 Prozent. Der Vorarlberger Leuchtenhersteller verbuchte im dritten Quartal 2025/26 zwar erneut einen Umsatzrückgang. Erste-Analyst Michael Marschallinger sprach angesichts der verbesserten Margenentwicklung von einem gemischten Zahlenwerk.
Ebenfalls nach Zahlen fielen Addiko Bank um 3,4 Prozent. Der Nettogewinn des Geldhauses ging leicht zurück, zudem soll abermals keine Dividende ausgeschüttet werden. Die Notierung der Aktie wechselt ab April in das Segment standard market der Wiener Börse.
Inzwischen hob die Deutsche Bank ihr Kursziel für die Verbund-Anteile leicht von 55 auf 56 Euro an, bestätigte aber ihre Verkaufsempfehlung. Die Anstiege der Energiepreise seit Wochenbeginn und kurzfristig verbesserte Aussichten für die Erzeugungsmengen dürften sich positiv auf den Gewinn auswirken, erwartet Analyst Olly Jeffery. Die Verbund-Anteilsscheine gewannen 1,5 Prozent auf 62,60 Euro.
Porr stiegen oben im ATX um 2,5 Prozent auf 39,75 Euro. Analyst Philipp Kaiser von Warburg Research bekräftigte nach Jahresergebnissen seine Kaufempfehlung und das Kursziel bei 37 Euro. Die überraschend starke EBIT-Marge im abgelaufenen Jahr bestätige die strategische Neuausrichtung des Unternehmens hin zu margenstarken Projekten und konsequenter Kostenkontrolle.
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