Wiener Aktienmarkt vorbörslich im Minus erwartet / Nach Erholung am Vortag - Andritz und Zumtobel mit Zahlen
Der ATX dürfte am Donnerstag einen Teil seiner Erholungsgewinne wieder abgeben. Der Krieg im Nahen Osten zieht mit neuen Angriffen immer weitere Kreise. Das dürfte Investoren von Aktienkäufen abhalten, zumal auch die Preise für Öl und Gas wieder steigen.
Eine Bankenindikation auf den heimischen Leitindex stand rund eine Dreiviertelstunde vor Sitzungsauftakt bei 5.481 Punkten. Das wären 0,6 Prozent weniger als zum Schluss am Mittwoch an der Wiener Börse, jedoch hält sich das Börsenbarometer noch klar über dem Zwischentief vom Dienstag bei 5.334 Zählern.
In der Nacht auf den heutigen Donnerstag flogen die USA und Israel weiter Angriffe im Iran, Teheran griff erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter Ziele im Libanon. Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass Israel erneut eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland beginnen könnte.
Obendrein wurde eine Explosion an einem Tanker im Persischen Golf gemeldet, was die Sorgen um die Handelsschifffahrt neu befeuerte. Die Folge sind wieder steigende Preise für Energieträger. Laut dem Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management liegt das Problem nicht im getroffenen Tanker selbst, sondern in der Erkenntnis, dass die Kriegshandlungen neben Militäranlagen nun offenbar auch den globalen Handel ins Visier nehmen.
In Wien öffneten am Berichtstag Andritz und Zumtobel ihre Bücher. Andritz hat im Jahr 2025 trotz voller Auftragsbücher Einbußen bei Umsatz und Gewinn verzeichnet. Der Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel hat im Drittquartal des Geschäftsjahres 2025/26 weniger Umsatz erzielt. Für das Gesamtjahr engte das Unternehmen den Ausblick für die EBIT-Marge aber auf das obere Ende der zuletzt genannten Spanne ein.
Inzwischen hob die Deutsche Bank ihr Kursziel für die Verbund-Anteile leicht von 55 auf 56 Euro an. Die Verkaufsempfehlung bestätigten die Experten.
Am Mittwoch hatte der ATX um 1,51 Prozent höher bei 5.515,85 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Mittwoch:
FACC +10,94% 14,20 Euro AT&S +7,36% 49,60 Euro Polytec +6,98% 3,68 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Mittwoch:
Frequentis -3,50% 71,60 Euro Verbund -2,14% 61,65 Euro Immofinanz -2,12% 15,66 Euro
spa/ste
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