Österreichische Staatsanleihen im Späthandel schwächer / Iran-Krieg schürt Inflationsängste und lastet auf Anleihen
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben am Dienstagnachmittag nachgegeben. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg im Gegenzug um 10 Basispunkte auf 3,10 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 33 Basispunkte.
Auch deutsche Staatsanleihen gaben nach. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,42 Prozent auf 129,00 Punkte.
Der Iran-Krieg hat am Dienstag erneut die Anleihen stark belastet. Die als sichere Anlagehäfen geltenden Staatsanleihen profitierten damit nicht wie gewohnt von der Unsicherheit an den Märkten. Vielmehr schürten die infolge des Kriegs steigenden Erdgas- und Ölpreise am Markt Inflationssorgen und belasteten damit auch die Anleihen.
Inflationssorgen werden vor allem durch die deutlich gestiegenen Gaspreise geschürt. Der Preis für europäisches Erdgas kletterte auf den höchsten Stand seit über drei Jahren. Grund ist unter anderem der seit Montag andauernde Lieferstopp von Flüssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar. Sollte sich der Krieg länger hinziehen, dann dürfte sich dies auch auf die Inflation in der Eurozone und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auswirken.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,24 2,11 0,12 6 5 Jahre 2,60 2,47 0,13 19 10 Jahre 3,10 3,00 0,10 33 30 Jahre 3,74 3,69 0,06 35
mik/spa