Iran-Krieg - Moskau hofft auf mehr Öleinnahmen für Kriegskasse
Politisch verurteilt Moskau den Angriff der USA und Israels auf den Iran, wirtschaftlich hofft das Land aber davon zu profitieren. Die kremlnahe Zeitung "Iswestija" prognostiziert unter Berufung auf Branchenexperten einen Anstieg der Haushaltseinnahmen durch einen höheren Öl- und Gasexport.
"Die Experten sind sich einig darüber, dass der russische Etat bei einem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten mit höheren Öl- und Gaseinnahmen rechnen kann", heißt es in dem Blatt. Als anhaltend gelte der Konflikt, wenn er länger als zwei Monate dauere.
Zur Ankurbelung der Einnahmen dürften demnach eine höhere Fördermenge und die steigenden Ölpreise beitragen. Beim Gasexport gelten vor allem die Pipelines Turkstream und Blue Stream als ausbaufähig, über die russisches Gas in die Türkei - und von dort teilweise weiter nach Europa - gelangt. Die Kapazität beider Leitungen liegt bei 47,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Sie waren 2025 nicht einmal zur Hälfte ausgelastet.
Beim Öl wiederum gelten China und Indien, das zuletzt den Kauf russischen Öls drastisch reduziert hatte, als Abnehmer in einem schärfer werdenden Konkurrenzkampf. China könne bis zu einer halben Million Barrel Öl pro Tag mehr abnehmen, meint etwa der Dozent Waleri Andrijanow von der Finanzuniversität, die der russischen Regierung untersteht.
Bei einer Blockade des Persischen Golfs und der für den weltweiten Schiffsverkehr wichtigen Straße von Hormus könne der Ölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel schnellen, heißt es in der Analyse. Der wegen der westlichen Sanktionen auf Öl der russischen Marke Urals fällige Rabatt werde sinken.
Russlands Haushalt unter Druck
Wie sich das genau in Zahlen auf den Haushalt auswirkt, prognostizierte das Blatt nicht. Eigentlich hatte Russland im laufenden Jahr mit einem Defizit von umgerechnet etwa 42 Milliarden Euro gerechnet. Allerdings musste das Finanzministerium schon im Januar wegen sinkender Öl- und Gaseinnahmen ein Minus von etwa 19 Milliarden Euro konstatieren, womit die Budgetplanungen stark ins Wanken gerieten. Die neuesten Entwicklungen dürften die Haushaltsplanungen stabilisieren.
Einen Großteil der Ausgaben im russischen Etat verschlingt dabei der Krieg gegen die Ukraine. Rund 180 Milliarden Euro sind für Militär, Rüstung, nationale Sicherheit und Polizeiorgane eingeplant - das entspricht knapp 40 Prozent der Gesamtausgaben./bal/DP/stk
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