ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax besser als US-Börsen - Hürde bleibt aber
Der Dax hat sich am Freitag mit
einem fast stabilen Ergebnis von den schwachen US-Börsen
abgekoppelt. Der Baader-Bank-Experte Robert Halver sprach davon,
dass Anleger neuerdings europäische Aktien wiederentdecken. Im
frühen Handel war der Dax bis auf 100 Punkte an seinen bisherigen
Rekord herangerückt. Dieser stammt mit 25.507 Zählern noch aus dem
Januar.
Es gelang ihm aber im Schlusshandel wieder nicht, einen zuletzt
gültigen Widerstand bei 25.300 Punkten zu überwinden. Über die
Ziellinie ging der Leitindex 0,02 Prozent tiefer bei 25.284,26
Punkten. Die Wochenbilanz blieb damit knapp positiv und im Februar
verbuchte er einen dreiprozentigen Anstieg. In Anbetracht der vielen
Störfaktoren und der weiterhin heiklen Situation zwischen dem Iran
und den USA sei das mehr als sehenswert, sagte der
CMC-Markets-Experte Andreas Lipkow.
Etwas mehr Schwung gab es am Freitag in der zweiten deutschen
Börsenreihe, wo der MDax um 0,34 Prozent auf
31.560,34 Punkte stieg. In New York dagegen war die Kurstafel rot,
der Dow Jones Industrial lag dort zum europäischen
Handelsschluss mit 1,2 Prozent im Minus. Strategen der UBS
hatten am Freitag ihre Gesamteinschätzung von
US-Aktien auf "Benchmark" gesenkt.
Der Iran kündigte nach einer Verhandlungsrunde mit den USA weitere
Gespräche für kommende Woche an. Ab Montag seien in Wien, wo die
Zentrale der Internationalen Atomenergiebehörde sitzt, "technische
Gespräche" geplant, sagte Außenminister Abbas Araghtschi vor
Reportern. Ob es aber tatsächlich zu einer weiteren
Verhandlungsrunde beider Seiten kommen wird, blieb noch unklar.
Auf der Unternehmensseite kam der Geschäftsausblick von BASF
nicht gut an, wie ein Abschlag von 1,9 Prozent
zeigte. Der Chemiekonzern blickt vorsichtig auf das laufende Jahr.
Die Mittelpunkte der Zielspannen für das operative Ergebnis und den
Free Cashflow lägen unter den Erwartungen, hieß es vom UBS-Experten
Geoff Haire.
An der Dax-Spitze lagen dagegen die 4,7 Prozent höheren
Anteilsscheine von Scout24 . Sie erholten sich von
einem Kursrutsch am Vortag und wurden dabei angetrieben von Aussagen
des britischen Branchenkollegen Rightmove . Dessen
Chef Johan Svanstrom sieht in der KI-Technologie für den Sektor mehr
Chancen als Bedrohungen.
Stark gefragt waren außerdem Telekom-Werte, darunter die Deutsche
Telekom mit einem Anstieg um 3,6 Prozent. Hier galt
Konsolidierungsfantasie im Sektor als Treiber, ausgehend vom
spanischen Nachrichtenportal "El Espanol". Dieses berichtete unter
Berufung auf Kreise, der in Deutschland mit der Marke O2 vertretene
Konzern Telefonica spreche mit 1&1
über eine Übernahme. Daraufhin schossen die 1&1-Aktien im SDax
um 8,3 Prozent hoch. Jene des 1&1-Mutterkonzerns
United Intenet zogen im MDax sogar um 13 Prozent an.
Die Papiere von Delivery Hero zeigten sich nach
Zahlen schwankend. Analystin Annick Maas von Bernstein Research
sprach von einem durchwachsenen Schlussquartal des
Essenslieferdienstes. Mit einem Abschlag von 4,4 Prozent gingen die
Titel letztlich in der Mitte ihrer Tagesspanne aus dem Handel.
Stärker gefragt waren die Aktien von Aixtron , die im
MDax fast acht Prozent gewannen nach ermutigenden Analystenstimmen.
Im SDax lagen die Anteilsscheine von Hypoport mit
neun Prozent Plus noch knapp vor 1&1 an der Spitze. Der
Finanzdienstleister will den Gewinn im Tagesgeschäft 2026 weiter
kräftig steigern.
Anders als der Dax konnte der EuroStoxx 50 zuletzt
schon Rekorde für sich verbuchen. Vor diesem Hintergrund zeigte sich
der Eurozonen-Leitindex am Freitag etwas schwächer, indem er 0,4
Prozent tiefer aus dem Handel ging. Außerhalb der Eurozone fielen
der Schweizer SMI und der Londoner FTSE 100
dagegen mit Gewinnen positiv auf./tih/nas