Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursgewinnen / Gedämpfte Risikofreude wegen Iran-Atomstreit - Kaum Impulse durch Inflationsdaten
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Freitagnachmittag mit Kursgewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um zwei Basispunkte auf 2,96 Prozent gefallen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 29 Basispunkte.
Der Euro-Bund-Future stieg um 0,18 Prozent auf 130,06 Punkte. Die Kursanstiege am Anleihemarkt gingen mit einer entgegengesetzten Entwicklung an den Aktienmärkten einher. Vor dem Wochenende gingen Investoren angesichts der Sorgen vor einer Eskalation im Konflikt zwischen dem Iran und den USA wohl aus dem Risiko.
Ein enormer Aufmarsch von amerikanischen Streitkräften im Nahen Osten verunsichert die Anleger. Zuvor hatte der Iran zwar nach einer indirekten Verhandlungsrunde mit den USA weitere Gespräche für kommende Woche angekündigt. Beide Seiten lägen in wichtigen Fragen allerdings "noch weit auseinander", berichtete das "Wall Street Journal" nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde in Genf. Bei den Treffen geht es vor allem um das umstrittene iranische Atomprogramm.
Inzwischen haben UN-Atominspektoren auf Satellitenbildern Aktivitäten rund um ein unterirdisches Lager im Iran für umstrittene Bestände von hoch angereichertem Uran beobachtet. Die IAEA könne dieses beinahe waffentauglichen Material nicht vor Ort überprüfen, weil Teheran dies nicht zulasse, hieß es in einem nicht öffentlichen Dokument, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag.
Inflationsdaten aus mehreren Euroländern gaben keine größeren Impulse. Insgesamt sehen Ökonomen durch die Daten die Erwartung untermauert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen in den kommenden Monaten stabil halten wird. In Deutschland sank die Teuerungsrate deutlicher als prognostiziert auf 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Kernrate blieb jedoch mit 2,5 Prozent erhöht.
In Frankreich legten die für europäische Vergleichszwecke berechneten Verbraucherpreise im Februar im Jahresvergleich um 1,1 Prozent zu. Auch in Spanien verstärkte sich die Inflation etwas.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,05 2,08 -0,03 3 5 Jahre 2,42 2,45 -0,03 16 10 Jahre 2,96 2,98 -0,02 29 30 Jahre 3,65 3,66 -0,01 31
spa/ste