Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gibt nach / ATX dürfte 11. Monat in Folge zulegen - Schwächere Bankwerte belasten - AMAG und Kapsch TrafficCom mit Zahlen
Zum Abschluss eines weiteren guten Monats hat der Wiener Aktienmarkt am Freitag nachgegeben. Insbesondere schwächere Bankwerte belasteten den ATX, der am Nachmittag 0,88 Prozent im Minus bei 5.713 Punkten lag. Auf Wochensicht zeichnet sich derzeit ein Verlust von rund 1,6 Prozent ab.
Für den ATX Prime ging es zum Wochenschluss um 0,79 Prozent auf 2.844 Zähler hinab. Das europäische Umfeld zeigte sich ohne klare Richtung. Inflationsdaten aus einigen Euroländern hatten kaum Einfluss auf die Kurse. Sie untermauerten tendenziell die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen in den kommenden Monaten stabil halten wird.
Im Februar steuert der ATX auf einen Zuwachs von 1,9 Prozent zu. Damit wäre es bereits der elfte Monat in Folge mit Kursgewinnen - eine derart lange Serie gab es zuletzt von Juli 2017 bis Mai 2018.
Bis zur Monatsmitte hatte der heimische Leitindex noch an die kräftige Rally vom Herbst des Vorjahres angeknüpft und auch am Montag ein neues Rekordhoch bei knapp 5.857 Punkten markiert. Nichtsdestotrotz hat sich der Aufwärtstrend jedoch spürbar verlangsamt, wobei insbesondere die für den ATX wichtigen Bankwerte nach starken Vormonaten in eine Konsolidierung übergegangen sind.
Auch am letzten Handelstag des Monats wurde der Leitindex von den schwächeren Bankwerten gebremst. Unter diesen verloren Erste-Titel 2,3 Prozent auf 101,30 Euro. Hier half nicht, dass Deutsche Bank Research ihr Kursziel für die Aktien von 112 auf 115 Euro anhob und die Kaufempfehlung bekräftigte. Die Bank habe am gestrigen Donnerstag "ordentliche" Zahlen vorgelegt, schrieb die Analystin Marlene Eibensteiner.
Vor dem Wochenende gaben zudem Unternehmen aus der zweiten Reihe Einblick in ihre Bücher. Die AMAG hat wegen steigender Aluminiumpreise den Umsatz leicht gesteigert, aber einen Gewinnrückgang verbuchen müssen. Der stark von der Handelspolitik beeinflusste Wettbewerb habe für Margenrückgänge gesorgt, erklärte das Unternehmen. Erste-Group-Analyst Michael Marschallinger bezeichnete das Zahlenwerk als "gemischt" und monierte vor allem einen Gewinneinbruch in der Sparte für Walzprodukte. Die Aktie gewann dennoch 0,7 Prozent und setzte damit die im Jänner begonnene Kursrally fort.
Der Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom berichtete für das Drittquartal deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn. Die Zahlen brachten jedoch wenig neue Erkenntnisse, da das Unternehmen bereits vergangene Woche eine Gewinnwarnung ausgegeben hatte. Die Papiere büßten ein Prozent ein.
spa/ste
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