Aktien New York Ausblick: Dow im Plus - Nasdaq stabil - Nvidia kein Treiber
Trotz starker Quartalszahlen vom KI-Champion
Nvidia werden die US-Börsen am Donnerstag nur stabil erwartet. Die
Anleger bleiben vorsichtig. Immerhin sind die bedeutendsten
Aktienmärkte weltweit, angetrieben durch das Thema Künstliche
Intelligenz (KI), bereits von Rekord zu Rekord geeilt. Bis Sorgen
über disruptive Kräfte durch KI die Rally ausgebremst hatten.
Hinzu kommen nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs in den USA
weiterhin die schwelenden Zoll-Unsicherheiten, da US-Präsident
Donald Trump umgehend alternative Maßnahmen angekündigt hatte. Der
Ausgang der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist
ebenfalls ungewiss. Im schlimmsten Fall könnte ein Angriff der
Vereinigten Staaten folgen.
Der Broker IG taxierte den bekanntesten Wall-Street-Index Dow Jones
Industrial rund eine Stunde vor dem Börsenauftakt
0,25 Prozent höher auf 49.605 Punkte. Der von Technologiewerten
dominierte Nasdaq 100 dürfte unterdessen 0,03 Prozent
tiefer mit 25.322 Zählern starten.
Die Aktie von Nvidia , die zuletzt Ende Oktober eine
Bestmarke erreicht hatte, legte vorbörslich um 0,9 Prozent zu. Damit
dürfte sie ihre bereits viertägige Erholungsbewegung fortsetzen und
weiter in Richtung ihres Rekordniveaus steigen. Dass die Aktie
jedoch keine großen Sprünge macht, sondern zunächst sogar nachgab
und aktuell auch die Märkte kaum mehr antreibt, dafür lieferte
Marktstratege Stephen Innes vom Vermögensverwalter SPI Asset
Management eine schlüssige Erklärung. Es reiche inzwischen nicht
mehr, die Erwartungen zu übertreffen. Der KI-Zyklus sei vielmehr
bereits so weit fortgeschritten, dass sich die Anleger zunehmend
fragten, wie lange es noch so rasant weitergehen werde.
Und Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank verwies auf
die Zweischneidigkeit der starken Nvidia-Zahlen und der Aussagen zur
weiteren Geschäftsentwicklung. "Längst sind Signale eines
schnelleren KI-Ausbaus, wie sie Nvidia lieferte, kein Grund mehr für
Anleger, in Jubel-Arien zu verfallen. Sie kennen die Kehrseite der
Medaille: die Disruption durch KI. Wenn der KI-Ausbau schneller
verläuft als gedacht, ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass
dies ebenso für die KI-Disruption gilt."
Und hierfür habe "ausgerechnet Salesforce den neuen
Grund zur Sorge" geliefert, so Stanzl. Salesforce stehe als
führender Softwareanbieter im Zentrum der Bedenken, durch
fortschrittliche KI-Anwendungen in die Bedeutungslosigkeit gedrängt
zu werden. "Dass Salesforce ein Rekordergebnis einfuhr,
interessierte die Anleger kaum. Alles, was zählte, war der Ausblick,
der den Anlegern zu verhalten ausfiel, um die Ängste vor einer
Disruption durch KI zu zerstreuen", so der Consorsbank-Experte. Und
das, obwohl Salesforce klar gesagt habe, dass eine Disruption durch
KI nicht feststellbar sei. Im vorbörslichen Handel sackte das Papier
um 3,8 Prozent ab, womit die Vortagsgewinne wieder ausradiert wären.
Um mehr als 20 Prozent sackten vorbörslich die AKtien des
Solartracker-Herstellers Array ab sowie die des
Softwareunternehmens C3.ai ab. Beide verfehlten mit
ihren Prognosen für das neue Jahr die Analystenschätzungen.
Zudem hat Victory Capital nun auch für den Vermögensverwalter Janus
Henderson ein Übernahmeangebot vorgelegt, zwei Monate
nach dem Gebot von Trian Fund Management. Victory bietet den
Janus-Aktionären insgesamt 57,04 Dollar je Aktie, woraufhin das
Papier vorbörslich um 5,7 Prozent zulegte./ck/jha/