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ROUNDUP/Gerresheimer: Bafin will weitere Bilanzen prüfen - Aktie taumelt

Die Krise beim Verpackungsspezialisten Gerresheimer spitzt sich weiter zu. Der Konzern muss sich weiteren Prüfungen durch die Finanzaufsicht Bafin stellen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) habe dem Unternehmen mitgeteilt, eine bereits laufende Prüfung zu erweitern und eine weitere Prüfung einzuleiten, teilte Gerresheimer am Mittwochabend mit. Anleger reagierten nervös: Die ohnehin schon stark gebeutelte Aktie kam erneut deutlich unter Druck und rutschte in Richtung Rekordtief.

Das mittlerweile nur noch im SDax notierte Papier sackte am Donnerstag nach Handelsbeginn um bis zu ein Fünftel auf 14,83 Euro ab. Damit kommt das Rekordtief aus den Zeiten der Finanzkrise 2009 näher. Damals hatte das Papier zeitweise lediglich 13 Euro gekostet. Im Vergleich mit dem Rekordhoch aus dem September 2023 bei 122,90 Euro hat die Aktie nun fast 88 Prozent eingebüßt.

Seit geraumer Zeit treibt die Investoren vor allem die Unsicherheit um die Bilanzen der Düsseldorfer um. Neben dem Geschäftsbericht 2023/24, den sich die Bafin bereits näher ansieht, ist jetzt auch der Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025 ins Visier der Aufseher geraten.

Bisher hatte die Bafin vor allem den Umgang mit "Bill-and-hold"-Verträgen moniert, nun geht es um weitere Zweifel an den Bilanzen. Bei sogenannten "Bill-and-hold"-Verträgen stellt eine Firma Ware schon in Rechnung, obwohl sie diese bislang nicht an den Käufer übergeben hat - etwa weil der Käufer die Ware aus logistischen Gründen erst später haben möchte.

Solche Vereinbarungen sind legal und nicht unüblich. Allerdings gelten recht strenge Vorschriften, wann genau eine Firma solche Geschäfte als Umsatz verbuchen darf. Es soll nicht geschehen, dass eine Firma ihre Jahreszahlen mit vorgezogenen Buchungen aufbläht und sich dadurch in besserer Verfassung zeigt, als sie es tatsächlich ist./he/men/tav/zb

 ISIN  DE000A0LD6E6

AXC0124 2026-02-26/09:30

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