Opel-Mutter und VW-Rivale Stellantis fährt riesigen Verlust ein
Der Autokonzern Stellantis hat
im vergangenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf seine
Elektroautostrategie einen riesigen Milliardenverlust gemacht.
Unterm Strich standen 22,3 Milliarden Euro Verlust, wie die
Opel-Mutter am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Der
Vielmarkenkonzern (unter anderem Fiat, Peugeot, Chrysler, Alfa
Romeo, Jeep) mit Wurzeln in Frankreich, Italien und den USA hatte
bereits vor Wochen mitgeteilt, dass er wegen der Änderung des
Elektrokurses der Regierung von US-Präsident Donald Trump und dem
folgenden Nachfrageloch in seinem wichtigen Markt USA viel Geld
abschreiben muss. Letztlich beliefen sich die Wertminderungen im
Gesamtjahr auf 25,4 Milliarden Euro.
Aber auch bereinigt um die Sonderkosten kam der VW-Rivale
stark unter Druck und fuhr im Tagesgeschäft wegen
Preisdrucks rote Zahlen ein - sowohl in Nordamerika, wo der Konzern
einst mit seinen Pick-ups und SUVs den Löwenanteil seiner Gewinne
machte, als auch in Europa. Insgesamt lag der um Sondereffekte
bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 842 Millionen
Euro. Das entsprach bei einem Umsatzrückgang um zwei Prozent auf
153,5 Milliarden Euro einer Marge von minus einem halben Prozent. In
diesem Jahr soll es mit dem Erlös wie bereits bekannt um einen
mittleren einstelligen Prozentsatz nach oben gehen, die operative
Marge dürfte sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen.
Der neue Konzernchef Antonio Filosa war eigentlich angetreten, um
den Konzern nach einer hausgemachten Krise in den USA im
Tagesgeschäft wieder auf Kurs zu bringen - nun musste er mit einem
Großreinemachen beginnen, das den Konzern lange mit
Milliardenzahlungen belasten wird. Erst 2027 sei wieder mit einem
Zufluss an freien Mitteln im Fahrzeuggeschäft (Free Cashflow) zu
rechnen, hieß es.
Stellantis streicht nun Elektromodelle, bietet mehr Verbrenner- und
Mischantriebe an und baut die Produktion und seine Lieferketten um.
Donald Trump hatte Subventionen für Elektroautos gestrichen und
Abgasregelungen geändert. Auch die anderen US-Autoriesen General
Motors und Ford mussten viele
Milliarden auf ihren eingeschlagenen Elektrokurs
abschreiben./men/zb/stk