Die US-Börsen haben zur Wochenmitte an ihre
Erholungsgewinne vom Vortag angeknüpft. Es herrscht ein wenig
Erleichterung, denn zum Thema Zölle gab es am Vorabend anlässlich
der Rede von US-Präsident Donald Trump an die Nation keine neuen
Hiobsbotschaften. Vorsichtig bleiben die Anleger gleichwohl, denn
nachbörslich wird KI-Champion Nvidia seine Quartalszahlen vorlegen
und wohl auch einen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr geben.
Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg am Mittwoch
zuletzt um 0,1 Prozent auf 49.218 Punkte, nachdem er tags zuvor um
rund 0,8 Prozent zugelegt hatte. Der marktbreite S&P 500 gewann am
Mittwoch 0,4 Prozent auf 6.921 Zähler. Für den Nasdaq 100
ging es um 1,1 Prozent auf 25.249 Punkte hoch. Am
Dienstag war der von Technologiewerten dominierte Index ebenfalls um
rund 1,1 Prozent nach oben geklettert.
Während seiner Rede hatte Trump die Entscheidung des Obersten
Gerichtshofs gegen seine Zölle als "bedauerlich" bezeichnet. Der
Supreme Court hatte am vergangenen Freitag untersagt, unter Berufung
auf ein Notstandsgesetz Zölle auf den Import von Waren aus vielen
Ländern zu verhängen. Derlei Zölle hatte Trump zuvor am Kongress
vorbei in Kraft gesetzt.
Nach dem Urteil hatte Trump direkt angekündigt, andere Wege für
seine Zollpolitik nutzen zu wollen und dann neue Zölle auf einer
neuen Rechtsgrundlage angekündigt. Wie weit er damit kommt, ist
ungewiss, doch laut Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der
Consorsbank nimmt das Gerichtsurteil Trump ein zentrales Werkzeug
seiner politischen Agenda aus der Hand: die Fähigkeit, permanente
Zölle spontan aktivieren oder deaktivieren zu können.
Wichtiger als die Zölle seien an diesem Mittwoch allerdings die nach
Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen von Nvidia ,
schrieb Stanzl. "Angesichts der hohen Erwartungen werden Anleger
heute Abend in Nvidias Bilanz versuchen, das sprichwörtliche Haar in
der Suppe zu finden." Es dürfe daher "nichts schiefgehen, sonst
könne die Stimmung schnell kippen". Ähnlich sehen dies die Experten
von Index-Radar: "Der Chipkonzern gilt als Seismograf für die
Investitionsbereitschaft im KI-Komplex." Angesichts der massiven
Investitionsprogramme der großen Tech-Konzerne erwarte der Markt
mehr als gute Zahlen. Nur deutlich bessere Aussichten dürften neue
Dynamik entfachen. "Alles darunter könnte als 'nicht gut genug'
gewertet werden."
Neben Nvidia wird nachbörslich auch der Software-Konzern Salesforce
mit Zahlen in den Blick rücken. Seit Jahresbeginn hat
die Aktie 30 Prozent verloren - die kleine Stabilisierung von plus
4,1 Prozent am Vortag eingerechnet.
Das Photovoltaik-Unternehmen Firstsolar enttäuschte
vor allem mit seinem Umsatzausblick für 2026, was der Aktie ein
Minus von 15 Prozent einbrockte. Die Papiere von Axon Enterprise
schnellten hingegen um 21 Prozent hoch. Der
Hersteller der Elektroschockpistole Taser übertraf mit seinem
Quartalsgewinn je Aktie die Erwartungen. Auch die Titel von Cava
gewannen 21 Prozent. Die Schnellrestaurantkette
überzeugte trotz schwieriger Bedingungen mit einem optimistischen
Ausblick./edh/he