Aktien Frankfurt: Dax klettert wieder über 25.000-Punkte-Marke
Der Dax ist am Mittwoch vor den
wichtigen Nvidia-Zahlen erneut über die
25.000-Punkte-Hürde gestiegen. Anders als am Vortag konnte er nun
einen Teil seiner Verluste vom Montag wieder abschütteln. Die neuen
Zölle von US-Präsident Donald Trump hätten den Leitindex nur
kurzfristig aus dem Tritt gebracht, schrieb Marktanalyst Jochen
Stanzl von der Consorsbank.
Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex 0,5 Prozent höher bei
25.108 Punkten. Für den MDax mit den mittelgroßen
Börsenwerten ging es zur Wochenmitte um 0,4 Prozent auf 31.525
Punkte nach oben. Während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
0,7 Prozent gewann, wurde auch an den US-Börsen ein
solider Auftakt erwartet.
Ausgewertet wurde am Mittwoch Trumps Rede zur Lage der Nation. In
dieser ist der US-Präsident laut Stanzl ohne neue Zolldrohungen
ausgekommen, nachdem ihm das jüngste Urteil des obersten US-Gerichts
ein zentrales Werkzeug seiner politischen Agenda aus der Hand
genommen habe. Zudem hätten sich die Anleger bei diesem Thema
"inzwischen ein dickes Fell zugelegt".
Nachdem zuletzt verstärkt mögliche Bedrohungen durch Künstliche
Intelligenz thematisiert und Investitionen in diese Technologien von
Anlegern hinterfragt wurden, dürften als Nächstes die Resultate des
KI-Chipriesen besonders kritisch beäugt werden, die am Mittwoch nach
US-Handelsschluss erwartet werden.
"Der Chipkonzern gilt als Seismograf für die
Investitionsbereitschaft im KI-Komplex", hieß es am Mittwoch in
einem Kommentar von Index-Radar. Angesichts der massiven
Investitionsprogramme der großen Tech-Konzerne erwarte der Markt
"mehr als gute Zahlen". "Entsprechend hoch liegt die Messlatte und
nur deutlich bessere Aussichten dürfte neue Dynamik entfachen", hieß
es von den Experten.
In Deutschland ging die Bilanzsaison auch mit mehreren
Jahresberichten weiter. Die Aktien von Fresenius
verloren am Nachmittag fast zwei Prozent nach durchwachsenen
Neuigkeiten. Dies galt neben den Zahlen zum Schlussquartal auch für
den Ausblick, den Analysten einhellig als schwach monierten.
Beim Baustoffhersteller Heidelberg Materials reichten
ordentliche Zahlen nicht, um das zuletzt von der Debatte über
europäische Klimaschutzmaßnahmen getrübte Stimmungsbild unter den
Anlegern zu wandeln. Kritik gab es vor allem am Zielkorridor für das
operative Ergebnis (Ebit), dessen Mittelwert laut dem
Barclays-Analysten Tom Zhang unter dem Analystendurchschnitt lag.
Die Aktien büßten 2,6 Prozent ein.
Die gut gelaufenen Eon -Titel pendelten sich nach
größeren Schwankungen bei einem Plus von 1,4 Prozent ein. Der
Energiekonzern konnte dank milliardenschwerer Investitionen in den
Ausbau des Energienetzes das bereinigte operative Ergebnis steigern
und plant bis 2030 weitere Milliarden-Investitionen. Ein Händler
attestierte Eon einen konservativen Ausblick.
Im MDax gab es bei Auto1 nach zunächst noch solidem
Start einen Kursrutsch um mehr als 10 Prozent. Die Titel setzten
ihren freien Fall fort mit dem tiefsten Stand seit April 2025. In
absoluten Zahlen liege der Ausblick für das operative Ergebnis
(Ebitda) etwas unter dem Konsens, schrieb der JPMorgan-Fachmann
Marcus Diebel. Das sei eine kleine Enttäuschung des
Gebrauchtwagenhändlers.
Dagegen sprangen die Titel von Nordex als
MDax-Spitzenreiter um 19 Prozent hoch. Jefferies-Experte Constantin
Hesse attestierte dem Windturbinenbauer ein "hervorragendes viertes
Quartal". Auch der Jahresausblick sowie die mittelfristige Prognose
für die Geschäftsentwicklung seien besser als gedacht. RBC-Analyst
Colin Moody sieht nun Potenzial, dass die Konsensschätzungen für das
operative Ergebnis (Ebitda) 2026 und darüber hinaus steigen könnten.
Abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax
war der IT-Dienstleister Nagarro mit einem
Kurseinbruch um 14 Prozent. Triftige Gründe dafür sahen Händler und
Analysten zunächst nicht. Verwiesen wurde aber auf einen inzwischen
wohl höheren Anteil an Leerverkäufern, also Marktteilnehmer, die bei
Nagarro auf fallende Kurse spekulieren./tih/jha/