Aktien Europa: Gewinne - Bankaktien legen deutlich zu
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Mittwoch leicht zugelegt. Positive Vorgaben gab es aus den USA
und Asien. Der EuroStoxx 50 zog am Mittag um 0,68
Prozent auf 6.158,12 Punkte an und bewegte sich damit auf
Rekordkurs.
Außerhalb der Eurozone ging es ebenfalls nach oben. Der britische
Leitindex FTSE 100 kletterte um ein Prozent auf
10.783,87 Punkte, während der Schweizer SMI um 0,1
Prozent auf 14.011,52 Punkte stieg.
Im Vergleich zu den deutlichen Gewinnen einiger asiatischer Börsen
blieb der Anstieg aber überschaubar. "Die Investoren agieren
weiterhin vorsichtig", stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom
Broker CMC Markets fest. Dafür seien nicht nur die anstehenden
Zahlen des Technologieschwergewichts Nvidia
verantwortlich. "Insbesondere die Strafzollthematik gilt als
erneuter, nicht unerheblicher, Unsicherheitsfaktor", so Lipkow.
"Auch die außenpolitische Situation zwischen den USA und dem Iran
gilt weiterhin als hochbrisant."
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank stellte indes fest,
dass US-Präsident Donald Trumop in seiner Rede zur Lage der Nation
ohne neue Zolldrohungen ausgekommen sei, nachdem ihm das jüngste
Urteil des obersten US-Gerichts ein zentrales Werkzeug seiner
politischen Agenda aus der Hand genommen habe. Zudem hätten sich die
Anleger bei diesem Thema "inzwischen ein dickes Fell zugelegt".
Zu den stärksten Sektoren gehörten die Bankaktien. Hier setzten HSBC
Akzente. Die britische Bank hatte ihren operativen
Gewinn dank guter Geschäfte mit der Verwaltung von Vermögen
gesteigert. Analyst Aman Rakkar von Barclays sprach von einem "sehr
starken Quartal, das die Erwartungen deutlich übertroffen hat". HSBC
kletterten um 5,2 Prozent.
Gute Nachrichten gab es auch von Santander . Die
spanische Bank will bis zum Jahr 2028 deutlich mehr Kunden gewinnen
und ihren Überschuss kräftig steigern. Der Gewinn soll von zuletzt
gut 14 Milliarden auf mehr als 20 Milliarden Euro klettern. Die
Aktie gewann drei Prozent.
Am Ende des Feldes lagen dagegen die Nahrungs- und
Getränkehersteller. Für einen Kater sorgten die Zahlen von Diageo
. Unter seinem neuen Chef Dave Lewis strich das
Management die Erwartungen an das neue Geschäftsjahr bis Ende Juni
ein weiteres Mal zusammen. Zudem wurde die Dividende gekürzt. Die
Aktie sank um 5,8 Prozent.
Unspektakulär fiel dagegen die Reaktion auf die Zahlen von Iberdrola
aus. Der spanische Energiekonzern hatte 2025 dank
eines guten Stromnetzgeschäfts deutlich mehr verdient. Für die
kommenden Jahre peilt das Management ein weiteres Gewinnwachstum an.
Die Aktie tendierte kaum verändert. Die Analysten der kanadischen
Bank RBC sprachen von einem Zahlenwerk im Rahmen der
Erwartungen./mf/mis