Aktien Frankfurt: Dax klettert wieder über 25.000-Punkte-Marke
Der Dax ist am Mittwoch vor den
wichtigen Nvidia-Zahlen erneut über die
25.000-Punkte-Hürde gestiegen. Um die Mittagszeit zog der deutsche
Leitindex um 0,42 Prozent auf 25.092 Punkte an. Am Dienstag hatte er
kaum verändert knapp unter der runden Marke geschlossen.
Für den MDax , der die mittelgroßen Börsenwerte
enthält, ging es zur Wochenmitte um 0,17 Prozent auf 31.462 Punkte
hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,7
Prozent.
Die neuen Zölle von Donald Trump hätten den Dax nur kurzfristig aus
dem Tritt gebracht, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl von der
Consorsbank. In seiner Rede zur Lage der Nation sei der US-Präsident
ohne neue Zolldrohungen ausgekommen, nachdem ihm das jüngste Urteil
des obersten US-Gerichts ein zentrales Werkzeug seiner politischen
Agenda aus der Hand genommen habe. Zudem hätten sich die Anleger bei
diesem Thema "inzwischen ein dickes Fell zugelegt".
Für wichtiger hält Stanzl ohnehin die am Abend nach US-Börsenschluss
anstehenden Geschäftszahlen des auf KI-Chips spezialisierten
Tech-Riesen Nvidia sowie generell die Bewertungen von KI-Aktien. Die
diesbezüglichen Signale aus den USA sind positiv. Am Dienstag hatten
die New Yorker Börsen dank positiver Signale von Unternehmen mit
Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) Kursgewinne erzielt.
Nvidia sei allerdings "dazu verdammt, die Erwartungen zu
übertreffen", warnte Christian Henke vom Broker IG. Und die
Messlatte für die Quartalsbilanz und den Ausblick lägen hoch, da
allgemein mit Rekordergebnissen gerechnet werde. Falls Nvidia
enttäusche, "könnte nicht nur der Aktienkurs des Big Tech-Konzerns
unter die Räder geraten, auch der gesamte Aktienmarkt würde darunter
leiden".
In Deutschland geht die Bilanzsaison zur Wochenmitte mit etlichen
Jahresberichten ebenfalls weiter. Im Dax waren die Titel von
Fresenius - vor knapp einer Woche noch so teuer wie
seit 2018 nicht mehr - mit einem weiteren Kursrückgang um 3 Prozent
größter Verlierer. Sowohl die Zahlen, die sonst oft für positive
Überraschungen gut seien, als auch der Ausblick sähen auf den ersten
Blick durchwachsen aus, sagte ein Börsianer. Er erinnerte daran,
dass am Dienstag schon die Zahlen des Dialysespezialisten Fresenius
Medical Care (FMC) ) belastet hatten. An diesem hält
Fresenius nach wie vor eine Beteiligung.
Zum Baustoffhersteller Heidelberg Materials hieß es
aus dem Markt, der freie Barmittelfluss und die Nettoverschuldung
seien schlechter als erwartet ausgefallen. Zudem liege die
Konsensschätzung für das bereinigte Ebit - das sogenannte RCO - im
laufenden Jahr bereits am oberen Ende der Unternehmenszielspanne.
Der erneute Rekord beim operativen Gewinn (Ebit), den die
Heidelberger 2026 weiter steigern wollen, verfing bei den Anlegern
nicht - die Aktien verloren 2,5 Prozent.
Die gut gelaufenen Eon -Titel zeigten heftige
Schwankungen und gewannen zuletzt 1,6 Prozent. Der Energiekonzern
konnte dank milliardenschwerer Investitionen in den Ausbau des
Energienetzes das bereinigte operative Ergebnis steigern und plant
bis 2030 weitere Milliarden-Investitionen. Ein Händler attestierte
Eon einen konservativen Ausblick - im vergangenen Jahr hätten die
Essener insgesamt ordentlich abgeschnitten.
Im MDax führten die anfangs freundlichen Aktien von Auto1
mit minus 9,4 Prozent die Verliererliste an. Sie
sackten zudem auf den tiefsten Stand seit April ab. Die Aktien des
Internet-Gebrauchtwagenhändlers seien schon vor dem Geschäftsbericht
schwach gewesen, weil am Markt damit gerechnet worden sei, dass im
Ausblick Wachstum gegenüber Ergebnissen priorisiert werde, schrieb
Analyst Giles Thorne vom Investmenthaus Jefferies. Genau so sei es
nun gekommen.
Abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax
war der IT-Dienstleister Nagarro mit einem
Kurseinbruch um zuletzt rund 16 Prozent. Triftige Gründe für den
Kurseinbruch sahen Händler und Analysten zunächst nicht. Verwiesen
wurde aber auf einen inzwischen wohl höheren Anteil an
Leerverkäufern, also Marktteilnehmer, die bei Nagarro auf fallende
Kurse spekulieren.
Dagegen sprangen die Titel von MDax-Spitzenreiter Nordex
um gut 16 Prozent nach oben. Jefferies-Experte
Constantin Hesse attestierte dem Windturbinenbauer ein
"hervorragendes viertes Quartal". Auch der Jahresausblick sowie die
mittelfristige Prognose für die Geschäftsentwicklung seien besser
als gedacht. RBC-Analyst Colin Moody sieht nun Potenzial, dass die
Konsensschätzungen für das operative Ergebnis (Ebitda) 2026 und
darüber hinaus steigen könnten./gl/mis