EVN steigerte Gewinn im ersten Quartal, verdiente operativ weniger / Nettoergebnis stieg auf 126,9 Mio. Euro - Operatives Ergebnis und Stromerzeugung gesunken - Ausblick für Gesamtjahr bestätigt
Der niederösterreichische Energieversorger EVN hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 unter dem Strich mehr verdient. Das Konzernergebnis stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,8 Prozent auf 126,9 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Während der Umsatz leicht zulegte, waren das operative Ergebnis und die Stromerzeugung rückläufig.
Die Umsatzerlöse verzeichneten von Oktober bis Dezember 2025 einen Anstieg um 3,3 Prozent auf 830,7 Mio. Euro. Die EVN begründet das vor allem mit regulatorisch bedingten Preiseffekten bei den Verteilnetzen in Niederösterreich und Bulgarien. Das operative Ergebnis (EBIT) sank hingegen um 7,8 Prozent auf 153,2 Mio. Euro. Auch das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging um 2,2 Prozent auf 247,4 Mio. Euro zurück. Belastend wirkten höhere vorgelagerte Netzkosten, ein gestiegener Personalaufwand und geringere Ergebnisbeiträge von Beteiligungen wie der RAG oder der Burgenland Energie.
Stromerzeugung um ein Zehntel gesunken
Die gesamte Stromerzeugung der EVN sank im Quartal um 10,1 Prozent auf 740 Gigawattstunden (GWh). Trotz des weiteren Ausbaus von Windkraft und Photovoltaik fiel die erneuerbare Erzeugung aufgrund schlechterer Wind- und Wasserbedingungen um 8,9 Prozent auf 598 GWh. Dass der Nettogewinn dennoch deutlich stieg, lag an einem verbesserten Finanzergebnis und einem spürbar geringeren Steueraufwand. Die EVN profitierte dabei wesentlich von der ertragswirksamen Auflösung einer Rückstellung für Steuerverbindlichkeiten.
Ein weiterer Fokus des Versorgers liegt auf der strategischen Neuausrichtung und dem Ausbau der heimischen Infrastruktur. Der im Juni 2025 unterzeichnete Verkauf des internationalen Projektgeschäfts an den Baukonzern Strabag soll bis Ende März 2026 abgeschlossen werden. Gleichzeitig trieb die EVN den Ausbau im Kernmarkt voran: Im ersten Quartal stiegen die Erzeugungskapazitäten bei Windkraft und Photovoltaik um insgesamt 42 Megawatt (MW), die Leistung der Batteriespeicher erhöhte sich auf 12 MW. Auch in die Trinkwasserversorgung wird weiter investiert, wie etwa mit der Errichtung der achten Naturfilteranlage im niederösterreichischen Reisenberg.
Ausblick bestätigt
Den Ausblick für das gesamte Wirtschaftsjahr 2025/26 bestätigte das Management. Die EVN rechnet weiterhin mit einem Konzernergebnis in einer Bandbreite von rund 430 bis 480 Mio. Euro. Das Investitionsprogramm soll unvermindert fortgesetzt werden. Bis 2030 plant die EVN jährliche Ausgaben in der Höhe von etwa 1 Mrd. Euro, wovon vier Fünftel direkt nach Niederösterreich fließen sollen - mit den Schwerpunkten Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung, Großbatteriespeicher, E-Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung.
ivn/rst
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