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Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Gewinnen / Warten auf Trumps Rede zur Lage der Nation - Fed bezüglich Zinssenkungen abwartend

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Dienstagnachmittag mit Kursgewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 2 Basispunkte auf 3,00 Prozent gefallen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 29 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,04 Prozent auf 129,64 Punkte.

Investoren erhoffen sich von der in der Nacht auf Mittwoch angesetzten Rede von Donald Trump Hinweise auf die künftige Zollpolitik der US-Regierung. "Es könnte sein, dass wir mehr erfahren über die nächsten Schritte in puncto Zölle", schrieb Jim Reid von der Deutschen Bank. Der Stratege schließt nicht aus, dass unterm Strich die Höhe der Zölle in diesem Jahr zurückgeht, verglichen mit dem Vorjahr.

US-Notenbanker Austan Goolsbee will außerdem trotz Spielraums für Zinssenkungen im laufenden Jahr nichts überstürzen. "Ich bin optimistisch, dass es bis Ende 2026 angebracht wäre, den Leitzins um einige weitere Stufen zu senken", sagte der Chef des Notenbankbezirks Chicago vor Journalisten. Doch würde es ihm Sorge bereiten, Zinsen zu früh zu senken, solange es noch keine Anzeichen für eine Rückkehr der Inflation zu der von der Fed angestrebten Zielmarke von zwei Prozent gebe.

"Meiner Einschätzung nach haben wir diese Anzeichen noch nicht", stellte er klar. Tatsächlich liegt die Inflation derzeit etwa einen Prozentpunkt über dem Zielwert der Federal Reserve.

Die am Nachmittag veröffentlichten Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen bewegten die Märkte kaum. Das vom Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen hatte sich im Februar verbessert. Gestützt wurde der Indikator vor allem durch gestiegene Erwartungen der Verbraucher.

In Österreich will die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) neue volkswirtschaftliche Schwerpunkte setzen. Neben den unveränderten Kernaufgaben soll künftig der mittel- und langfristigen Analyse mehr Aufmerksamkeit eingeräumt werden, teilte die OeNB mit. Zudem will die OeNB mit Analysen Impulse im europäischen Zentralbankensystem geben - unter anderem zu Osteuropa, aber auch zur Verhaltensökonomie.

In Zeiten der zahlreichen Herausforderungen - das niedrige Potenzialwachstum, der demografische Wandel, die technologische und ökologische Transformation - seien gute volkswirtschaftliche Analysen und Prognosen entscheidend. "Es braucht in unsicheren Zeiten gute Prognosen, aber auch eine gute Kommunikation der Unsicherheit, die mit diesen Prognosen einhergeht", sagte der neue OeNB-Chefökonom Wolf Heinrich Reuter am Dienstag.

Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:

Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten)
2 Jahre     2,07   2,14       -0,07                        3
5 Jahre     2,47   2,51       -0,03                       16
10 Jahre    3,00   3,02       -0,02                       29
30 Jahre    3,68   3,70       -0,02                       30

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