Wiener Börse (Nachmittag) - ATX mit 1,02 Prozent im Minus / Warten auf Trumps Rede zur Lage der Nation - US-Zölle in Höhe von zehn Prozent sind in Kraft
Die Wiener Börse hat sich am Dienstag im Verlauf weiterhin schwach gezeigt. Der Leitindex ATX notierte am Nachmittag mit minus 1,08 Prozent bei 5.754,79 Punkten. Der ATX Prime gab um 0,97 Prozent auf 2.860,10 Zähler nach. Auch die wichtigsten europäischen Börsen befanden sich mehrheitlich im negativen Bereich, wenn auch meist nur minimal.
Mittlerweile sind neue weltweit geltende US-Zölle in Höhe von 10 Prozent in Kraft getreten. US-Präsident Donald Trump hatte bereits am vergangenen Freitag eine entsprechende Ausführungsbestimmung unterzeichnet, die um Mitternacht Washingtoner Zeit (6.00 MEZ) in Kraft getreten ist. Noch am Wochenende hatte Trump zwar gedroht, den Satz auf 15 Prozent anzuheben. Hierzu gibt es aber noch keine entsprechende Anordnung. Ob und wie sich US-Präsident Trump heute bei seiner diesjährigen Rede zur Lage der Nation zu Themen wie Zöllen, dem Iran und der wirtschaftlichen Lage im Land äußert, wird international mit Spannung erwartet.
Die Aufmerksamkeit gilt heute auch noch dem US-Verbrauchervertrauen. Analysten rechnen hier im Schnitt nach dem deutlichen Rückgang im Jänner nun mit einer leichten Stimmungsaufhellung.
Unter den heimischen Unternehmen steht heute Wienerberger im Fokus. Der Baustoffkonzern baut sein Renovierungsgeschäft aus und übernimmt die Italcer-Gruppe, einen Erzeuger von Keramikprodukten mit Standorten in Italien und Spanien. Eine diesbezügliche Vereinbarung sei unterschrieben worden, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Das Unternehmen stellt sich zudem auf ein weiterhin schwieriges Umfeld im Wohnungsbau ein und setzt in der Krise auf Expansion. "Wir warten nicht auf den Zyklus, wir schaffen unser eigenes Wachstum", sagte Konzern-Chef Heimo Scheuch am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Angesichts "träger" Märkte und einer teils rezessiven Entwicklung sei keine rasche Besserung in Sicht.
Die Übernahme der Italcer-Gruppe stärkt Wienerbergers Position im weniger konjunkturabhängigen Sanierungsmarkt und wirkt sich bereits im Geschäftsjahr 2026 wertsteigernd aus, merkten dazu Analysten der Erste Group Research in einem Kommentar an. Die Aktie sackte im Verlauf aufgrund des zurückhaltenden Ausblicks aber massiv um 7,7 Prozent ab und war damit Schlusslicht im ATX Prime-Segment.
Keine Unterstützung für den heutigen Handel kam außerdem von den schwergewichteten Bankentiteln. Erste Group gaben 2,3 Prozent ab, Raiffeisen Bank International (RBI) fielen ebenfalls um 2,3 Prozent und BAWAG um 1,4 Prozent. Auch die OMV hatte mit einem Plus von 0,5 Prozent kaum Einfluss auf die Aktienindizes. Angeführt wurde das ATX Prime-Segment von Mayr-Melnhof, die 3,1 Prozent gewannen. Mit plus 2,4 Prozent performten auch AT&S gut, die auf Jahressicht bereits 336 Prozent zulegen konnten.
moe/mik
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