Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise geben nach / Gold- und Silberpreise ziehen an
Nach der starken Vorwoche haben die Ölpreise am Montag nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 71,37 US-Dollar. Das waren 0,43 Prozent weniger als am Freitag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im April fiel um 0,38 Prozent auf 66,11 Dollar.
Anleger blickten auch zu Wochenbeginn hauptsächlich auf den Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Aktuell wägen sie die Chancen eines Atomabkommens zwischen den beiden Ländern ab, nachdem Irans Außenminister Abbas Araqchi eine weitere Verhandlungsrunde mit den Vereinigten Staaten in wenigen Tagen in Aussicht gestellt hatte. Er zeigte sich zuversichtlich, dass ein besserer Deal als das Wiener Atomabkommen von 2015 möglich sei.
Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte der Iran mehr Erdöl exportierten, wodurch das Angebot auf dem Weltmarkt steigen und der Ölpreis entsprechend sinken dürfte. Allerdings könnte der Konflikt auch eskalieren, denn US-Präsident Donald Trump erwägt Medienberichten zufolge einen begrenzten Militärschlag im Iran, um den Druck auf die Gegenseite zu erhöhen.
Inzwischen beobachten Anleger auch die jüngsten Entwicklungen im Zollstreit der USA mit dem Rest der Welt. Nach der am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser mit einem neuen Zollsatz nach. Der Republikaner kündigte am Samstag auf der Plattform Truth Social einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 15 Prozent an - statt der kurz davor bereits veranschlagten 10 Prozent.
Dies könnte wieder Sorgen in puncto einer globalen Konjunktureintrübung wecken und damit die Nachfrage nach Rohöl schmälern. Dies wiederum würde die Ölpreise unter Druck setzen.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Montag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Freitag 70,11 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nach 69,79 Dollar am Donnerstag. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Die zurückgekehrte Unsicherheit rund um die US-Zölle trieb zum Wochenstart die Preise für Gold und Silber nach oben. Zuletzt wurde für eine Feinunze Silber (31,1 Gramm) am Vormittag 86,78 Dollar bezahlt. Dies bedeutete ein Anstieg von 3,19 Prozent gegenüber Freitagabend. Eine Feinunze Gold kostete 5.150,23 US-Dollar. Das waren 1,15 Prozent mehr als am Freitagabend.
rst/moe