Wiener Aktienmarkt vorbörslich tiefer erwartet / Themen wie US-Zölle und USA/Iran-Konflikt im Fokus - Konjunkturindikatoren stehen diese Woche an
Der Wiener Aktienmarkt dürfte zum Wochenbeginn nach einer starken Woche nachgeben. Bankenindikationen sahen den ATX am Montag rund 30 Minuten vor Handelsbeginn um 0,4 Prozent leichter bei 5.769 Punkten. Am Freitag hatte sich der heimische Leitindex moderat im Plus, auf Wochensicht aber mit einem starken Zugewinn von 3,3 Prozent ins Wochenende verabschiedet. Europas wichtigste Börsen werden ebenfalls im Minus erwartet.
Im Fokus stehen die Themen US-Zölle sowie USA/Iran-Konflikt. Zunächst musste US-Präsident Donald Trump eine herbe Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA einstecken. Der Supreme Court hatte ihm untersagt, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz Zölle gegen den Import von Waren aus vielen Ländern zu verhängen. Danach postete Trump auf der Plattform Truth Social, dass er den von ihm verkündeten weltweiten Zehn-Prozent-Zollsatz auf Importe in die USA auf 15 Prozent erhöhen will.
Die USA weiteten zudem ihre Militärpräsenz in der Golfregion zuletzt massiv aus. US-Präsident Trump erwägt nach eigenen Angaben einen "begrenzten Militärangriff" auf den Iran, falls es im Atomstreit zwischen Teheran und Washington zu keiner Einigung kommen sollte. Vor wenigen Tagen hatte Trump dem Iran eine Frist bis Anfang März gesetzt. Irans Außenminister Abbas Araqchi drohte den USA mit einem Gegenangriff, warb zugleich für eine Verhandlungslösung. Wie der Vermittler Oman am Sonntag bestätigte, soll am Donnerstag in Genf eine neue Runde indirekter Gespräche über das iranische Atomprogramm stattfinden.
Konjunkturell dürften in dieser Woche aus Deutschland vor allem der Ifo-Geschäftsklimaindex (heute) und die Verbraucherpreise (Freitag) für Aufmerksamkeit sorgen. Am Mittwoch könnten das GfK-Geschäftsklima und Daten zum deutschen Wirtschaftswachstum das Interesse wecken. Das Analysehaus Deutsche Bank Research erwartet eine Aufhellung. Eine breite Verbesserung der Umfrageindikatoren wäre ein Signal dafür, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal weiter auf Wachstumskurs bleibt, hieß es von den Analysten.
Aus den USA sollten diese Woche die Zahlen zum Verbrauchervertrauen (Dienstag) im Anlegerfokus stehen. Unternehmensseitig kündigt sich ein eher ruhiger Wochenbeginn an.
Am Freitag hatte der ATX um 0,33 Prozent höher bei 5.807,44 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Freitag:
FACC +6,48% 12,16 Euro AMAG +4,26% 29,40 Euro Strabag +3,76% 93,80 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Freitag:
Schoeller-Bleckmann -2,88% 35,40 Euro Semperit -2,26% 13,00 Euro OMV -1,97% 54,75 Euro
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