Aktien Frankfurt: Dax festigt 25.000 Punkte mit Gewinnen
Der Dax hat sich am Freitag
nach der Veröffentlichung solider Wirtschaftsdaten ins Plus
vorgearbeitet. Nach dem Rücksetzer vom Vortag machte der Leitindex
wieder einen Schritt hin zum Rekordhoch von Mitte Januar, das bei
gut 25.507 Punkten liegt. Gegen Mittag kam er mit 25.122 Punkten auf
einen Anstieg um 0,3 Prozent. Unter dem Strich würde es damit auf
ein Wochenplus von 0,8 Prozent hinauslaufen.
In der zweiten deutschen Börsenreihe legte der MDax
zur Mittagszeit um 0,7 Prozent auf 31.687 Punkte zu. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 konnte außerdem um
0,5 Prozent auf 6.089 Zähler steigen. Er stand damit wieder dicht an
seiner Rekordmarke von 6.107 Punkten. Auch an den US-Börsen gab es
die Erwartung eines etwas höheren Auftakts.
Am Freitag zeichneten europäische Einkaufsmanagerindizes ein gutes
Bild für die heimische Wirtschaft. "Der konjunkturelle Frühling ist
bereits angebrochen", schrieb der Experte Thomas Gitzel von der VP
Bank. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie liege
erstmalig seit mehr als dreieinhalb Jahren wieder über der
Expansionsschwelle von 50 Punkten. Später werden aus den USA noch
Daten zum BIP-Wachstum im vierten Quartal erwartet.
Anleger wagten sich vor dem Wochenende aber nur verhalten aus der
Deckung. Sie bleiben zögerlich angesichts eines möglichen
US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die
Weltwirtschaft. Die Verhandlungen über ein umstrittenes Atomprogramm
gehen weiter. In dem Konflikt hat US-Präsident Donald Trump für
einen Deal eine Frist von bis zu 15 Tagen genannt. Das sei "so
ziemlich das Maximum". Zugleich drohte er: "Entweder wir erzielen
eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich."
Einige Kursbewegungen waren geprägt von Erholungen wie bei Airbus
, die als Dax-Favorit nach ihrem Tief seit Anfang
Dezember um mehr als zwei Prozent stiegen. Infineon
gaben derweil nach, auch bereinigt um den Dividendenabschlag. So
sehen die Aktienmarktstrategen der Bank of America Europas
Chipbranche eher skeptisch und stuften sie nach der "wahnsinnigen
Rally" auf "Underweight" ab - raten also zur Untergewichtung in den
Anlegerportfolios.
Unter den Nebenwerten steuerten mit Knorr-Bremse und
den Jost Werken zwei Aktien ihre Rekordmarken an,
indem sie um jeweils zwei Prozent anzogen. Zum Bremsenhersteller
Knorr äußerte sich die UBS nach dem Geschäftsbericht zuversichtlich
- unter anderem für das Lkw-Geschäft, in dem auch das andere
Unternehmen beheimatet ist. Nach den Resultaten vom Vortag erhöhten
mehrere Analysten für Jost ihre Kursziele bis auf 84 Euro im Falle
von Berenberg.
Einen weiteren Rekord erklommen die Hochtief -Aktien.
Mit einem Anstieg um etwa fünf Prozent lagen sie im MDax in etwa
gleichauf mit Thyssenkrupp , die von einer
Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies profitierten. Analyst
Tommaso Castello begründete diese mit dem Kursrückgang der Aktien
seit Anfang Februar. Dank des Rückenwinds seitens der Politik und
laufender Restrukturierungen sieht er Ergebnispotenzial im
EU-Stahlgeschäft./tih/mis