Aktien Wien Schluss: Leitindex ATX verliert gut halbes Prozent
Die Wiener Börse hat am Donnerstag im Minus
geschlossen. Der österreichische Leitindex ATX fiel
um 0,55 Prozent auf 5.788,53 Punkte. Der breiter gefasste ATX Prime
verlor 0,53 Prozent auf 2.877,32 Zähler. Im europäischen Umfeld gab
es nach durchwachsenen Quartalszahlen überwiegend Kursverluste. Der
Späthandel wurde dann von einer schwachen Eröffnung an der Wall
Street dominiert, die von zunehmenden Sorgen eines Angriffs der USA
auf den Iran herrührten.
Nach den jüngsten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran
häufen sich Hinweise auf einen möglicherweise bald bevorstehenden
Krieg. Der US-Sender CBS News zitierte informierte Quellen, wonach
ranghohe nationale Sicherheitsbeamte dem US-Präsidenten Donald Trump
mitgeteilt hätten, dass das Militär bereit sei, bereits am Samstag
Angriffe auf den Iran durchzuführen. Trump habe aber noch keine
endgültige Entscheidung getroffen.
Im ATX büßten die Strabag-Aktien 7,2 Prozent auf
90,40 Euro ein, nachdem die Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien
Papiere im Wert von rund 180 Millionen Euro am Markt platziert
hatte. Raiffeisen verwies zur Begründung auf die starke
Kursentwicklung der vergangenen Monate; am bestehenden Syndikat mit
Uniqa und der Privatstiftung Haselsteiner ändere sich
laut der Kernaktionärin nichts.
Unabhängig davon stuften die Experten der Erste Group die Strabag
von "Buy" auf "Accumulate" zurück, hoben jedoch ihr Kursziel von
95,3 auf 108,9 Euro an. Analyst Michael Marschallinger lobte den neu
veröffentlichten Ausblick für das Geschäftsjahr 2026, der sowohl
beim Volumen als auch bei den Gewinnmargen über seinen Erwartungen
gelegen habe.
Lenzing-Anteile fielen am Donnerstag um 2,11 Prozent
auf 25,55 Euro. Deutsche Bank Research senkte das Kursziel für die
Aktien von 26 auf 25 Euro und bekräftigte seine Halteempfehlung. Die
Restrukturierungs- und Effizienzprogramme des Faserherstellers
würden weiterhin Wirkung zeigen, schrieb Analyst Lars Vom-Cleff. Das
Geschäftsumfeld bleibe aber schwierig.
Schwach zeigten sich unter den ATX-Werten auch AT&S
und verloren 2,5 Prozent. Stark gesucht waren hingegen die beiden
Aktien aus der Ölbranche. Ganz oben im ATX lagen die Titel des
Energiekonzerns OMV mit einem Plus von 1,7 Prozent.
Die angespannte Situation zwischen den USA und dem Iran gab den
Rohölpreisen zuletzt deutlich Auftrieb./mik/sto/APA/men